Ich, der Organismus

Hallo lieber Dittmar,

es ist eine Freude, bei den Treffen dabei sein zu können, und ich freue mich immer wie Bolle auf diesen Termin. Die Fragen die erschei­nen und die Ant­worten die kommen, alles ist so echt, klar und ehrlich und erhellend.

Es fühlt sich alles intensiver an und trotz schein­barer Unru­hen von außen fühle ich mich inner­lich stabiler. Da ist auf jeden Fall momen­tan auch mehr Ener­gie da für alles. Irgend­was verän­dert sich. Die Gedan­ken, die auf­tau­chen, haben keine Schwere (zur­zeit), sondern sind mehr so klä­rend, und immer wieder taucht der Gedanke auf, dass das, was geschieht, genauso sein soll und richtig ist wie es ist. Auch dann, wenn ich es nicht verstehe. Mehr Ruhe, Gelassenheit …

Ich bin mir sicher, dass das mit deinen klaren Worten, dem Offen­sein für das, was durch dich gesagt wird, und die Fragen der anderen, die auch meine sein könnten, alles geschieht.

Gestern Abend habe ich auch noch eine Angst vor dem Nicht­sein deut­lich gespürt, die Angst vor dem Tod scheint also noch da zu sein.
Ist das bei dir auch noch so, oder ist da eine totale Annahme bzw. Gelassen­heit? Eigent­lich ist es dann doch wohl ein­fach nur ein Gedanke, der Angst macht, oder?


Liebe ..,

ich freue mich, dass du Ruhe und Gelassenheit erlebst!
Nein, Angst vor dem Tod habe ich gar nicht. Wobei ich mir gut vor­stel­len könnte, dass der Orga­nis­mus auf eine lebens­be­droh­liche Situa­tion mit viel Adre­nalin rea­gie­ren würde, z.B. wenn nachts im Wald ein geis­tes­kranker Axt­mörder auf mich zu kommt … 😶 Wer weiß …

Und genauso könnte es bei dir sein, wenn dann wirklich mal Gevatter Tod vor der Tür steht, dass du ihn dann will­kom­men heißt und ihn fried­lich und freund­lich herein lässt. Wer weiß …

Und klar: Das sind alles nur Gedanken. Im Moment ist da ja kein Tod, sondern nur Leben …


Hallo lieber Dittmar,

Ich wollte mich mal für deine Antwort auf die Frage nach der Angst vor dem Tod bedanken. Sie hat mich sogar zum Lachen gebracht, da es so klar war bzw. wurde, als ich deine Antwort las. Klar, es kann alles passieren, Angst oder ent­spanntes Annehmen …

Trotzdem habe ich heute mal ein paar “andere” Fragen, die mir gerade so durch den Kopf schwirren und die ich dir gerne stellen würde – bestimmt hast du sie schon alle tausend­mal beantwortet, aber das Verstehen und die Fragen tauchen halt gerade so auf. Ich habe Sorge, dass es sich bei mei­nem Ver­stehen “nur” um ein verstan­des­mä­ßiges Verstehen handelt, so dass noch irgend­was Wichtiges fehlen würde.

Habe einfach mal alles so runtergeschrieben:
Irgendetwas geschieht und man scheint darin unbewusst ver­wickelt, dann kommt ein Gedanke der sagt: “Hey, warum machst du das gerade so?” Und dann kommt der nächste: “Ha, da war ich wohl nicht auf­merk­sam genug” und der nächste: “Aber es gibt doch gar kein Ich, nur Gedan­ken”, und daraufhin ent­spannt sich etwas spürbar im Körper, aber nur solange wie dieser Gedanke anhält und abge­löst wird von einem ande­ren Gedanken, wie z.B.: “Mensch, ich muss ja noch ein­kaufen”, und schon ist es vor­bei mit der Entspannung … Usw. usw.

Ein scheinbarer Ablauf von Gedanken und Hand­lungen, von nie­man­dem, aus dem Nichts, bzw. sich von Moment zu Moment aus der jewei­ligen Situ­ation ergebend. Niemand da, der irgend­etwas denkt oder tut. Selbst das Erken­nen von dieser Tat­sache geschieht irgend­wie von alleine durch den auf­kom­men­den Gedan­ken und die anschlie­ßende Über­prü­fung, auch wenn es sich hart­näckig so anfühlt bzw. denkt, dass ich da etwas tue oder denke. Es denkt und tut sich ja auch durch diesen Körper, und irgend­wie hat dieses System ja gelernt, dass dieser Körper ich bin, und auch alles, was durch ihn geschieht, denkt und handelt, ich bin.

Ist alles also wirklich nur kondi­tio­niert und bedarf es somit nur einer Dekon­di­tio­nierung? Ist das Erwa­chen dann nichts weiter als ein kom­plet­tes Dekon­di­tio­nieren des Systems, so dass kein Ich mehr zurück­bleibt und nur das pure Geschehen übrig bleibt?

Geschieht bei dir dann nur noch ein Benut­zen des Wortes “ich” ohne einen fühl­baren Inhalt bzw. ohne den Glauben daran?

Dass alles, was geschieht, sich auf einem Hinter­grund abspielt und eigentlich dasselbe ist, also eins, kann man als Mensch doch gar nicht ver­ste­hen können, oder? Das Erleben ist doch offen­sicht­lich ein anderes. Als wäre es doch nur ein Glaube. Ein Glaube an einen unka­putt­baren Hinter­grund, Urgrund oder wie man es auch immer nennen will, oder? Es gibt doch dann gar nichts anderes, was “ich” wahr­neh­men oder sein kann, als das was, sich gerade so zeigt (für mich)? Es gibt nichts zu tun, nichts zu ändern und nichts zu ver­än­dern, da es mich nicht gibt, aber dennoch erlebe ich es (oder es sich) doch als schein­ba­res Ein­zel­wesen. Oder ist das bei Dir anders???

Mir scheint, da gibt es echt einen Unter­schied zwi­schen dem Ver­ste­hen und dem Sterben des schein­baren Ichs. Ist das so?

Ich würde mich sehr über eine Antwort von dir freuen.


Danke für deine Fragen! Ich antworte dir sehr gerne.

• Du schreibst: Dann kommt ein Gedanke, der sagt: …‘Ha, da war ich wohl nicht auf­mer­ksam genug’ und der nächste: … ‘Mensch, ich muss ja noch ein­kau­fen’, und schon ist es vor­bei mit der Entspannung.”

Ist es denn wirklich das Wort ich, das zu Anspan­nung führt, oder sind es Begriffe wie Nicht … genug und Ich muss noch …? Die Vor­stel­lun­gen, wie du sein oder erle­ben müsstest und was du machen müsstest?

Es denkt und tut sich ja auch durch diesen Kör­per, und irgend­wie hat dieses System ja gelernt, dass dieser Kör­per ich bin, und auch alles, was durch ihn geschieht, denkt und handelt, ich bin. … Geschieht bei Dir dann nur noch ein Benut­zen des Wortes ‘ich’ ohne einen fühl­ba­ren Inhalt bzw. ohne den Glauben daran?

Wenn ich das Wort ich benutze, dann meint der Orga­nis­mus sich selbst. Die Leben­dig­keit, die als dieser Orga­nis­mus lebt. Ganz einfach.

Zum Beispiel könnte ich, der Orga­nis­mus, einfach sagen: Meine Hände sind schmut­zig, ich gehe mich mal waschen. – statt: Diese Hände sind schmut­zig, Gehen und Waschen geschieht … schein­bar. Für niemanden. Wenn ich anfange so zu reden, erschieß mich bitte.

Das Wort ich ist ein prakti­sches Kürzel für den leben­den, den­ken­den, wahr­neh­menden, sich bewe­genden Organismus.

Und natürlich lässt sich dieser Organismus von seiner Umgebung unterscheiden, natürlich kann ich ihn von dem Stuhl unterscheiden, auf dem ich sitze, und von der Kleidung, die ich trage. Und in Gedanken kann ich ihn aus der Situation heraus lösen und damit aus dem Jetzt heraus lösen.

Diese Möglichkeit zu unter­schei­den oder ihn gedank­lich aus der Situ­a­tion heraus zu abstra­hie­ren behin­dert aber nicht das Erleben von Eins­sein und Ganz­heit: Unter­schei­dung ist nicht Trennung.

Wenn du deine (ich weiß: das böse Wort!) Hand anschaust, dann siehst du einzelne Finger, wenn du sie mit diesem Filter betrachtest, der sie von der Hand und den anderen Fingern unterscheidet. Daran ist nichts verkehrt. Jeder Finger ist eine eigene Erlebniswelt, auf seine eigene Art lebendig. Wenn sich ein Finger verletzt, tut nur er weh, die anderen Finger  enicht.

Und doch ist dieselbe Leben­dig­keit in jedem Finger. Und wenn du einen Finger verlie­ren würdest, wäre dieselbe Leben­dig­keit immer noch da, nur ohne Erle­ben und Bewe­gen dieses Fingers. Immer noch ganz und vollständig.
Dasselbe könntest du mit jedem ein­zel­nen Finger über­prü­fen: Seine Finger­kuppe ist nicht das Finger­ge­lenk oder der Finger­na­gel und doch können sie als ein einziger Finger erlebt werden, als eins ohne Tren­nung. Als Ein­heit in den Unterschieden.

Das Erleben des Jetzt ist als Ganzes da, das beinhal­tet auch den Erlebenden.
Der Organismus ist keine tote Mate­rie und nicht getrennt von mir, sondern pures Leben, dieses leben­dige Zusammen­spiel, dieses Gesamtgeschehen.

Dass alles, was geschieht, sich auf einem Hinter­grund abspielt und eigent­lich dasselbe ist, also eins, kann man als Mensch doch gar nicht verstehen können, oder? Das Erleben ist doch offen­sichtlich ein anderes.
Also wäre es doch nur ein Glaube. Ein Glaube an einen unkaputt­baren Hinter­grund, Urgrund oder wie man es auch immer nennen will, oder? Es gibt doch dann gar nichts anderes, was ‘ich’ wahrnehmen oder sein kann als das, was sich gerade so zeigt (für mich)? Es gibt nichts zu tun, nichts zu ändern und nichts zu verändern, da es mich nicht gibt, aber dennoch erlebe ich es (oder es sich) doch als schein­bares Einzel­wesen. Oder ist das bei dir anders???

Glauben hilft da nichts. Da ist kein Hinter­grund, keine Lein­wand, keine Träger­substanz … Aus all diesen Meta­phern und Begrif­fen macht sich das Denken eine Vor­stel­lung, die nur eine Vor­stel­lung bleibt. Ein Etwas, ein Objekt, an das geglaubt werden kann.
Da ist nur diese Lebendigkeit. Sie ist völlig offen, sie kann nicht wie ein Objekt wahr­ge­nom­men werden. Aber sie kann ganz direkt erlebt werden, ganz ohne Gedanken und ganz ein­deu­tig und klar. So erlebe ich sie.

Anders gesagt: Lebendigkeit erlebt sich, ohne Subjekt und ohne Objekt (oder, wenn diese Unterteilung stattfindet: als Subjekt und Objekt zugleich).

Und diese eine Lebendigkeit nimmt in allen Formen Gestalt an, bewegt sich als alles. Als Zusammen­spiel der Einzel­wesen, der Orga­nis­men. Frei von den Erschei­nun­gen, frei in den Erscheinungen.

Auch als das Verstehen, dass du gerade andere Sinnes­ein­drücke erfährst als ich, dass jeder Orga­nis­mus eine eigene Erfah­rungs­welt dar­stellt, und dass das zum Zusammen­spiel gehört wie verschie­dene Klänge und Instru­mente und Hörer zur Musik: Die Töne sind nicht getrennt in der Musik.

Da ist einfach nur das gegen­wär­tige Erleben, und die Gegen­wart wird in all ihrer bunten Vielfalt als eins erlebt und geliebt. Dieses ganze Erleben ist Pro­jek­tion des Bewusst­seins durch Organismen.

Die Illusion, die Stress bringt, ist nicht der Org­anis­mus, sondern der Besitzer und Lenker des Org­anis­mus, der irgend­wie vom Org­anis­mus getrennt dem (Er)leben gegen­über zu stehen scheint.

Das Denken nimmt solche Beschrei­bun­gen des Eins­seins schnell mal als Vorgabe und ver­sucht dann, diese anschei­nend noch aus­ste­hende Erfah­rung anhand einer Vor­lage zu kon­stru­ie­ren und herbei­zu­denken. Aber wenn das Erle­ben nicht dafür her­hal­ten soll, Vor­stel­lun­gen zu erfül­len, sondern sein darf, wie es ist, dann zeigt sich das Eins­sein von selbst. Denn wie du schreibst: Mit dem gedank­li­chen Ver­stehen hat es nichts zu tun. Aber Ster­ben des schein­ba­ren Ichs würde ich es auch nicht nennen, sondern eher Erwa­chen oder völliges Auf­gehen im Jetzt.


Ich danke dir für deine Antwort und bin froh, dass ich dich wahr­schein­lich niemals erschießen muss 😆, da du dich ein­fach klar und normal aus­drückst. Genau dafür “lieb ich dich” und deine Art zu reden, zu erklä­ren und ein­fach zu sein.

Ich bin mir nun siche­rer denn je, dass alles genau rich­tig ist so wie es ist.
Sicher auch, dass ich bei aufkom­men­der Ver­wir­rung lieber dich frage als sonst irgend­wen und du mir durch deine Worte wieder zur Klar­heit verhelfen kannst.

Gestern Abend habe ich mir mal wieder ein Video von dir und der Gruppe angeschaut / angehört, in dem es um Expe­ri­mente im Bewusst­sein ging – es war unglaub­lich. Ohne Kon­zepte war da wirk­lich fühl­bar alles im Bewusst­sein, so groß und weit und alles fand darin statt – Hören, Gedanken, Fühlen, Bilder usw. …

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Vergänglichkeit und Flow

Nondualität: Flow

Hallo Dittmar, ich hab mir auf YouTube schon einige deiner Aufzeichnungen angeschaut; es ist echt super, dass du das machst und es sind schon interes­sante Fragen der Teilnehmer dabei. Danke schon mal dafür, und ich hoffe, ich hab bei einem der zukünftigen Termine auch mal Zeit, live teilzunehmen.

Ich hätte auch selbst mal eine Frage an dich, und zwar komme ich schon immer mehr für kurze Zeit in das Erleben des Moments und das ist schon wirklich ein tolles Gefühl. Mir fällt jedoch gerade im Urlaub die letzten Wochen etwas auf, vor allem fiel es mir noch nie so schwer wie heuer, wieder nach Hause zu fliegen. Jeden Tag habe ich voll genossen, doch trotzdem oder gerade deswegen erzeugt meinem Gefühl nach auch dieses volle Bewusstsein des Moments bei mir einen gewissen Flow, und ich versuche auch oft, damit den Moment noch länger festzuhalten,  doch umso schneller vergeht mir irgendwie die Zeit. Ich hoffe es ist einigermaßen nachvollziehbar weil es ist ja doch schwer zu beschreiben. Ist es der Verstand, der einem da dazwischen funkt?

Bin ich hier an Fragen angekommen, die dir schon auch mal untergekommen sind und die auch einfach dadurch schon immer schwieriger zu begreifen sind, weil es eben nicht begreifbar ist mit dem Verstand? Dazu kommt noch ein Punkt, und zwar: Dieses bewusste Wahrnehmen von Momenten und besonders der schönen macht sie trotz allem nicht verlängerbar, und das hat mich doch etwas in ein kleines Tief fallen lassen. Denn wenn es ja immer nur den gegenwärtigen Moment gibt, dann ist jeder schöne umso kostbarer, aber auch genauso vergänglich, und die weniger schönen kommen mit Sicherheit auch, vor allem, wenn die Zeit hier irgendwann mal zu Ende geht.

Ein interessanter Zeitpunkt, auch wenn gerade in dieser Zeit solche Fragen so stark ins Bewusstsein kommen. Ich würde mich freuen, wenn du vielleicht den einen oder anderen Rat für mich hättest.


Es ist sehr sinnvoll, Umgebungen und Situationen aufzusuchen, die dem Organismus gut tun: Frische Luft, Weite, Bewegung … Solange wir nicht das Erleben von Präsenz davon abhängig machen. Die Weite der Landschaft lädt die Weite des bewussten Erlebens ein, aber das Bewusstsein ist von Natur aus weit und nicht an Umstände gebunden.

Die Einzigartigkeit des Moments zeigt sich leichter unter außergewöhnlichen Umständen. Das liegt daran, dass gewohnte (gewöhnliche) Umstände für das Denken in die Kategorie “Nichts Besonderes, kenne ich schon, uninteressant” fallen. Unser Wohnzimmer ist zum Beispiel so gewohnt, dass uns nichts “Besonderes” auffällt, wenn wir hineingehen. Es ist halt “so wie immer”. Daher wendet sich die Aufmerksamkeit eher dem Denken zu. Und weil im Denken ja meistens auch nichts Neues oder Interessantes abläuft, breitet sich erst recht ein Gefühl von Langeweile aus, unbefriedigt und gespalten zwischen Erleben des Jetzt und Denken an etwas anderes.

Im Denkmodus scheint die schönste Situation, die schönste Landschaft fad, weil wir sie nur halbbewusst erleben. Und im direkten Erleben kann es sensationell sein, einfach nur im Wohnzimmer auf der Coach zu sitzen oder am Bahnsteig zu stehen, bis der Zug kommt. Eine ganz neue, einzigartige Erfahrung. Pure Lebendigkeit! Diese Lebendigkeit ist das Bewusstsein, das in allen Wahr­neh­mungen Gestalt annimmt, als Präsenz, als Gegenwärtigkeit, als Sinnen­fülle.
Der Moment verliert, wenn er mit anderen Momenten verglichen wird. Er verliert seine Einmaligkeit, und er erscheint weniger lebendig, weniger interessant, weniger “genießbar”.

Das Aufgehen im Moment, das Einssein mit der Gegenwart gerät in den Hintergrund, und es entsteht der Eindruck eines Ichs, das sich durch die Zeit bewegt, von einer (vielleicht schönen) Vergangenheit zu einer (vielleicht blöderen) Zukunft – durch eine fade Gegenwart, die nur ein Durchgangs­moment zu sein scheint, ein Wegwerf-Augenblick statt purer Lebendigkeit.

Das liegt also nicht an den Umständen, nicht am schönen Urlaubsort oder dem langweiligen Arbeitsplatz, sondern daran, ob dem Erleben Aufmerksamkeit geschenkt wird, und mit der Aufmerksamkeit Lebendigkeit geschenkt wird.
Umstände lassen sich nicht festhalten, das Leben ist ein Fließen, nichts bleibt. In der Vergänglichkeit, in der ständigen Veränderung lässt sich nichts festhalten. “Flow” beschreibt das Fließen der Energie, nichts Statisches, nichts zum Festhalten.
Das bewusste Erleben dieses Flusses ist dieser Flow, den wir lieben und der sich zeigt, wenn eben nicht versucht wird, etwas festzuhalten. Das völlige Aufgehen und Mitfließen im Jetzt.
Die Offenheit fürs Erleben, wie auch immer es sich jetzt gerade zeigt – das ist, was wir lieben und was wir sind.


Hallo Dittmar, vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Ich verstehe, dass ja erst die Bewertung auf Basis unserer Glaubenssätze aus einem Moment mehr macht als aus einem anderen. Auch die Sichtweise, es könnten schwierigere Momente kommen und es wäre ja so wie jetzt genau richtig, wird aus dieser Bewertung heraus erzeugt. Es kann daher, genau wie du sagst, nur das allumfassende Ankommen im Moment die Freiheit von all diesen Beschränkungen ermöglichen.

Ich erkenne mittlerweile auch bei alltäglichen Tätigkeiten schon ein wenig die Erfülltheit im Moment. Auch schaffe ich es immer wieder zumindest zu versuchen ins Fühlen zu kommen. Der Verstand, das Ego ist halt auch sehr stark, sodass es immer so kurze Funken sind und dann sehr rasch wieder Gedanken kommen.

Aus deiner Erfahrung, ist dieser Prozess des Eins werden meist ein langsames immer wieder etwas länger anhaltendes Fühlen oder könnte es auch zu Sprüngen kommen und es dann auch mal wirklich spürbar möglich sein, in dieser Freiheit zu bleiben? Diese kurzen Funken finde ich schon immer äußerst friedvoll und kraftvoll.


Was du “Eins werden” nennst, würde ich “Erkennen des Einsseins” nennen, das Wegfallen der Illusion von Trennung. Das völlige Aufgehen im Jetzt nimmt dieses Getrennt­heits­emp­finden mit sich. Übrig bleibt nur Präsenz.

Das Erleben dieser Präsenz ist so schön und klar und wach, dass die Versprechungen des Denkens nicht mehr so ziehen. Wenn du weißt, was du wirklich liebst und wo das Glück ist, dann lässt die Verlockung von Ablenkungen nach.
Das heißt aber nicht, dass die gewohnten Gedanken gelöscht wären. Sie können weiterhin auftauchen, wie das halt so ist mit Gewohnheiten. Und dann können sie die Aufmerksamkeit in die Trance der Normalität ziehen: die gewohnte Beschreibung, wer du bist, was vor dir und was hinter dir liegt, wie die Welt ist …

Wenn die Gedanken aber zur Ruhe kommen und das Erleben nicht mehr fragmentiert ist – nicht mehr zersplittert zwischen dem Erleben und den Gedanken an wann anders und woanders –, dann ist das wie ein Sprung, ein Erwachen aus Träumen zur Wirklichkeit. Der Organismus erwacht zur Lebendigkeit, zur Freude und Freiheit des direkten Erlebens. Und dann erscheint es immer weniger sinnvoll, sich von diesem Glück abzuwenden und wieder in Träume abzutauchen.

Du kannst direkt erleben, wie das Einssein mit dem Moment eingetrübt wird, wenn Gedanken aufkommen, die sich mit etwas anderem als der Gegenwart beschäftigen. Das Unbehagen, das diese Gedanken mit sich bringen, führt meistens dazu, dass sich die Aufmerksamkeit noch mehr von der (jetzt nicht mehr so erfüllenden) Gegenwart abwendet und sich immer mehr im Denken verfängt. Ein latentes Gefühl von Anspannung und Besorgnis legt sich übers Erleben.

Wenn du aber auf genau diesen Übergang achtest, an dem Gedanken den Flow und das Gefühl von Gegenwärtigkeit unterbrechen, dann kannst du diese Eintrübung live erleben. Dann erkennst du, dass es Stress bedeutet, sich von der Erfülltheit abzuwenden. Und dass du diese “Funken” der puren Lebendigkeit mehr liebst als alles andere, dass sie deine Natur und dein Zuhause sind.

Wenn der Unterschied zwischen offener Wachheit (Flow) und Gedanken an etwas anderes (Fragmentierung und Anspannung) klar erlebt wird, dann zieht es die Aufmerksamkeit immer stärker in die Gegenwart statt ins Gedanken­karussell. Und wenn es wirklich mal etwas zu bedenken gibt, etwas zu planen oder zu reflektieren, dann kann das ohne Verwicklung geschehen.

Ohne die Identifikation mit einem Denker sind Gedanken einfach nur ein Werkzeug zur Planung, das beiseite gelegt wird, wenn die Planung beendet ist. Und wenn sie sich anbieten, obwohl gerade nichts zu planen ist, werden sie wahrgenommen, aber nicht aufgegriffen, nicht verfolgt. Dann kommen sie sehr schnell zur Ruhe, weil Erleben als so viel erfüllender erkannt wird als Bedenken.


Hallo Dittmar, vielen Dank für die Antwort!
Über den Bereich auf deiner Homepage bin ich noch gar nicht gestolpert. Ich habe dadurch gleich noch Antworten auf Fragen gefunden, die ich dir gerne noch gestellt hätte. Somit sind sie nun schon beantwortet. Finde diese Rubrik auch wirklich toll, weil sie eben zeigt, dass es ähnliche Herangehensweisen oder Sichtweisen am Weg zum Einswerden gibt. …

Ich finde deine Antworten zu den Themen wirklich äußerst faszinierend und ich glaube dir deine Beschreibungen sofort, dass es dann wirklich befreiend und weit ist, im reinen Erleben verweilen zu können. Ab und an glaube ich zumindest einen Sekundenbruchteil dorthin zu kommen und das lässt dies auch erahnen – aber dann ist auch schon wieder der Denker zur Stelle! 😉

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Körper, Traumwelt, Nondualität

Wenn wir alle nur ein Bewusstsein (nondual) sind, als was existieren wir dann in dieser Traumwelt? Und wenn ich kein Körper bin, warum bilde ich mir ein, gerade dies am deutlich­sten zu spüren? Kann ich lernen, Non­dua­lität wahrzunehmen?


Statt “Traumwelt” würde ich lieber “Erscheinungen im Bewusstsein” sagen: Alles, was du erlebst, erscheint im Bewusstsein.

Wir existieren hier als Bewusstsein, das erfüllt von Sinneseindrücken ist: Wir sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. Auch Gedanken sind als “innere Bilder” oder “innere Stimmen” da, die wir sehen bzw. hören; auch Emotionen und Intui­tionen fühlen wir.

Für sinnliches Erleben brauchen wir Körper: Ohne Augen sehen wir nichts. Und wenn das Gehirn – ein körperliches Organ – betäubt oder berauscht oder beschä­digt ist, dann kann das unser Erleben, unser Denken und Fühlen sehr stark verändern.

Der Körper ist jetzt einfach da, ob als Traum oder als “Realität”, jedenfalls als Erleben. Es wäre nur verwirrend, das zu leugnen.

Weil der Körper da ist, ist Erleben da. Und gleichzeitig ist der Körper, was im Erleben erscheint.

Im Einssein, also dem nondualen Bewusstsein, läuft das Spiel der Vielfalt, das Spiel der Unterschiede, der Veränderung und Bewegung, der Sinne, der Farben, Klänge, Sensationen, das Spiel der Dualität.
Und in diesem Spiel des Bewusstseins haben Organismen eine wichtige Rolle: Sie sind das Spielfeld und die Spielfiguren.

Sie sind auch das Medium, durch das wir gelernt haben, uns getrennt voneinander zu fühlen. Denn offen­sicht­lich weißt du Dinge, die ich nicht weiß, zum Beispiel, was du heute gegessen hast und was du gerade denkst und so weiter. Ein Spiel im Bewusst­sein können wir also nennen: “Ich sehe was, das du nicht siehst, und das ist ‘mein’ Erleben.” So gesehen sind Körper also Symbole der Tren­nung und Begrenzt­heit – wenn wir den Gedanken glauben.

Körper sind aber auch das Medium, durch das wir uns kennen­lernen und Eins­sein erfahren können. Das kann deutlich werden beim Sex (kann, muss aber nicht), oder wenn wir gemein­sam singen oder musi­zieren oder tanzen oder uns anschauen oder berühren … oder einfach wenn wir zusammen sind. Da können wir fühlen, dass diese Orga­nis­men von derselben Leben­dig­keit gelebt und erlebt werden.
So ist das körper­liche, sinn­liche Erleben pure Leben­digkeit, eine Feier des Lebens, ein Zusammen­spiel von Energie, eine unvor­stellbar reiche Bewe­gung im Bewusst­sein, ein Fest der Viel­falt und des Zusammen­seins im Einssein. Liebe.

Wenn sich die Aufmerk­sam­keit dem zuwendet, was da erlebt, dann findet sie die­selbe Offenheit für all das unter­schied­liche Erleben.
Das gilt für den “einzelnen” Orga­nismus, der die unter­schied­lichsten Berüh­rungen erlebt und unzählige Farben und Klänge und Gerüche und so weiter … alles in dem­selben Bewusst­sein: Da ist diese eine, unteil­bare Offen­heit für all die verschie­denen Sinnes­ein­drücke. Trotzdem weiß die Hand nicht, was die Nase riecht.
Und ebenso gilt das auch für das ganze Spiel der Erschei­nungen: Da ist die eine Offen­heit für alles Erleben in allen Orga­nismen. Die Orga­nismen erleben ihre eigenen, speziellen Sinnes­ein­drücke (“Ich sehe was, das du nicht siehst”), und doch ist da diese eine unend­liche Offen­heit in ihnen allen.

Du findest dieses Prinzip in jeder Größen­ord­nung: Atome, die als Mole­küle zusam­men­spielen, die als Zellen zusam­men­spielen, die als Organe zusam­men­spielen, die als Organismen zusam­men­spielen, die als Familien oder Firmen zusam­men­spielen, eingebettet in der leben­digen Welt, die sie trägt und ernährt …

Eine Zelle in der Niere weiß nicht, was in der Lunge vor sich geht, aber sie ist dasselbe Leben, Ausdruck derselben Leben­dig­keit. Ganz und Aspekt des Ganzen. Wir sind unendlich vielfältig eins.

Wie kann diese Nondualität, diese eine offene Leben­dig­keit wahr­ge­nommen werden? Indem wir auf­hören, uns von Gedan­ken die Welt vor­schreiben zu lassen. Wenn wir auf­hören, die dualen Beschrei­bun­gen der Gedanken für “die Wahr­heit” und “die Auto­rität” zu halten. Wenn wir statt­dessen offen und unvor­ein­ge­nom­men schauen und fühlen, was wir sind, was Erle­ben ist, was Leben­dig­keit ist, dann zeigt sich das Eins­sein von selbst. Einfach weil die Aufmer­ksam­keit nicht mehr von Beschrei­bun­gen und Bedin­gun­gen, wie das Erleben sein sollte, abge­lenkt und ver­zerrt wird. Wenn das Erleben keine Bedin­gung erfüllen muss, wenn es nicht für etwas her­halten muss, dann zeigt es sich in seiner Absolut­heit: frei und unendlich reich.

Sobald die Auf­merk­samkeit nicht mehr durch Bedin­gungen gefil­tert wird, sobald nichts “anderes” wichtig scheint, ist Offenheit fühlbar und präsent.

In dieser bedingungs­losen Erlaub­nis zu erleben, was da ist, in dieser liebev­ollen Offen­heit erkennt das Bewusst­sein sich selbst als liebe­volle Offen­heit.

Der Traum der Bedin­gun­gen und damit der Unvoll­stän­dig­keit und Getrennt­heit kann auf­hören und das Spiel der Erschei­nun­gen geht weiter. Nur wird es nicht mehr als Hinder­nis erlebt, sondern als Wunder.

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Die Antwort auf alle Fragen

Lieber Herr Kruse,

heute Vormittag habe ich Ihr Buch “Glück ohne Schmied” gelesen. Obwohl “ich” (ich verzichte künftig auf die Anführungs­zeichen, Sie kennen ja das Dilemma der Spra­che) mit dessen Grund­aus­sagen bereits lange vertraut bin, hat mich die Lektüre doch wieder daran erin­nert, den Fokus genauer auf die Wahr­neh­mung, auf das direkte Erle­ben, zu rich­ten und dadurch das perma­nente Wunder des Seins zu erkennen. Dafür danke ich Ihnen herz­lich! Sie laden den Leser am Ende Ihres Buches dazu ein, Ihnen zu schreiben und auf­tau­chende Fragen zu stellen. Diese Gele­gen­heit möchte ich gerne wahrnehmen.

Seit einem “Einheitserlebnis” vor vier Jahren habe ich das “Sein” für ca. eine Stunde direkt erlebt, ohne ein­engende, da nicht „ernst genom­mene“ Gedan­ken (resp. Geschich­ten, Konzepte etc.). Seit­dem ist mir bewusst, dass es nur den jetzigen Moment gibt, dass Ver­gan­gen­heit und Zukunft nur Geschich­ten sind, genauso wie das Kon­zept des „Ich“. Besonders ent­schei­dend war für mich die Ein­sicht, dass auf­tau­chende Gedanken über­haupt kein „Problem“ sind. Pro­ble­ma­tisch kann’s erst dann werden, wenn man diese Gedan­ken (etwa den „Ich-Gedanken“) für mehr nimmt als eben – einen Gedanken.

So weit, so gut. Woran ich dann aber doch immer wieder hängen­bleibe, sind Fragen, die sich auf die “Wirk­lich­keit” der Welt bezie­hen. Gibt es die Welt über­haupt? Gibt es den eigenen Kör­per? Oder sind auch dies nur Gedan­ken­ge­bilde, Kon­zepte? Für mich spitzte sich diese Frage vor allem zu einer Frage zu: Sind meine Gedan­ken die Pro­dukte meines Gehirns oder ist mein Gehirn das Pro­dukt meiner Gedan­ken? Aus kon­se­quen­ter (meinet­wegen: phä­no­me­no­lo­gi­scher) Per­spek­tive müsste m.E. die zweite Ant­wort die richt­ige sein. Alles ist letzt­lich ein Gedanken­kon­zept, das eben im Jetzt, im direk­ten Erle­ben, auf­taucht, aber gewis­ser­ma­ßen keinen “onto­lo­gi­schen Sta­tus” besitzt. Und dies gilt denn auch für Kon­zepte wie Kausa­li­tät und Zeit. Würden Sie dieser Eins­chät­zung zustimmen oder nicht so weit gehen?

Besonders intensiv taucht “hier” immer wieder die Frage nach der “Wirk­lich­keit” des “ander­en Men­schen” auf. Ich bin mir mitt­ler­weile bewusst (diese para­doxe For­mu­lie­rung ist freil­ich nur der Spra­che geschul­det), dass es das “Ich” als Ins­tanz nicht gibt, dass das “Ich” ledig­lich ein Kon­zept ist wie “Du” und “Menschen” all­ge­mein. Das Ein­zige, was ich nicht nur als Kon­zept erlebe / begreife, ist das “direkte Erle­ben”, die Wahr­neh­mung mit all ihren Aspek­ten (formu­liere ich es so, ist es natür­lich nicht mehr die direkte Wahr­nehmung – das ewige Dilemma der Mys­tik …). Aber: Die “direkte Wahr­nehmung” ist “hier”, das ist mir ein­deu­tig evi­dent, gerade weil sie kein Nach-Denken benö­tigt. Inwie­fern kann ich aber wissen, ob es die “direkte Wahr­neh­mung” “dort” (beispiels­weise “bei Ihnen in München”) auch gibt?

Ist das nicht einfach wieder nur ein Gedanke, der eben “bei mir hier” auf­taucht, aber eben nur ein Kon­zept ist? Oder aus Ihrer Per­spek­tive for­mu­liert: Können Sie wissen, ob “dort” (bei­spiels­weise “bei mir in Berlin”, eben nicht bei Ihnen) eben­falls direk­tes Erleb­en statt­findet? Und wenn dies nicht mög­lich ist, liefe das nicht auf ein solip­sis­ti­sches Welt­bild heraus – freilich auf einen Solip­sismus ohne Ich?

Lieber Herr Kruse, ich weiß weder, ob ich Ihnen das Pro­blem, das hier immer wieder auf­taucht, einige­rmaßen ver­ständ­lich machen konnte. Noch weiß ich, warum ich Ihnen dieses Pro­blem über­haupt mit­teile. Viel­leicht ist hier die Hoff­nung auf eine Ant­wort, die das ewige Fragen end­lich zur Ruhe brin­gen könnte. Jeden­falls tauchte der Impuls auf, Ihnen diese Mail zu schrei­ben. Viel­leicht haben Sie ja den Impuls, darauf zu rea­gieren? Ich würde mich sehr darüber freuen!


Danke für Ihre Fragen!

Wie Sie schreiben: “Problema­tisch kann’s erst dann werden, wenn man diese Gedan­ken (etwa den ‘Ich-Gedanken’) für mehr nimmt als eben – einen Gedanken.”
Das gilt ebenso für Fragen wie: “Gibt es … oder nicht?” Auch das sind ja Gedanken.

Ihr Einheits­erlebnis hatte ja wahr­schein­lich nichts damit zu tun, dass Sie auf jede mög­liche Frage eine Ant­wort wussten. Das ist die gedank­liche Vor­stel­lung von Klar­heit: auf jede Frage eine ein­deu­tige Antwort zu haben.

“Wenn Antwort A richtig ist, dann muss Antwort B falsch sein” – so die Sicht­weise und Logik von Gedan­ken. “Ent­we­der A exis­tiert oder A exis­tiert nicht.” “Ist das Illu­sion oder Realität?”

“Das permanente Wunder des Seins”, wie Sie es nennen, besteht ja nicht darin, eine Erklä­rung für alles zu haben. Sondern im Staunen über die schil­lernde Unbe­greif­lich­keit und Unbeg­riff­lich­keit des Seins, mani­fes­tiert in der zeit­losen Gegenwart.

Im Wunder des Einen als Viel­heit (1als2 heißt meine Webseite), in all diesen Para­do­xien. Nicht im “Entweder-Oder”, sondern im “Sowohl-Als auch” und im “Weder-Noch”.

“Sind meine Gedan­ken die Pro­dukte meines Gehirns oder ist mein Gehirn das Pro­dukt meiner Gedanken?”

Ja, beides. Und weder noch. Je nachdem. Ein Gehirn scheint sehr wich­tig, um Gedanken pro­du­zie­ren zu können. Das zeigt sich deut­lich, wenn das Gehirn in seiner Leis­tungs­fä­hig­keit beein­träch­tigt wird, z.B. durch Alko­hol, orga­ni­sche Schä­di­gun­gen wie Schlag­an­fall oder ein­fach nur durch Müdig­keit. Wenn das Gehirn nicht gut funk­tio­niert, wirkt sich das dras­tisch auf die Gedanken aus. Und gleich­zei­tig tauchen all diese Gedan­ken an und über das Gehirn ja eben gerade als Gedan­ken auf: “Mein Gehirn” ist ein Gedanke.

Dass etwas direkt erlebt wird, heißt nicht, dass es wahr ist (siehe Hallu­zi­na­tio­nen); dass etwas nicht direkt erlebt wird, heißt nicht, dass es nicht exis­tiert. “Wenn ein LKW auf Sie zu rast, schlie­ßen Sie ein­fach die Augen und hal­ten sich die Ohren zu, dann ist er ver­schwun­den!” – ich würde mich nicht darauf verlassen.

Die einzige verläss­li­che “Tat­sache” scheint mir: Da ist Erleben. Ob das ein Traum ist, ein Gedanke oder Buch­sta­ben auf einem Moni­tor: Da ist wirk­lich Erle­ben; Leben­dig­keit, die jetzt gerade erlebt und erlebt wird.

Und was erlebt wird, ist ein Zusammen­spiel von allen Sinnes­ein­drücken, die gerade da sind. Diese Eindrücke sind das Zusammen­spiel vom Organis­mus und seiner Umwelt. Das kann von Gedan­ken unter­teilt werden: Hier Orga­nis­mus, dort Umwelt. Im direk­ten Erle­ben ist immer bei­des gleich­zei­tig da und spielt zusammen. Bei­des taucht im Bewusst­sein / als Bewusst­sein auf. Die­ses Bewusst­sein mani­fes­tiert sich als Erschei­nun­gen, die durch einen bestimm­ten Orga­nis­mus wahr­genom­men werden; die Erschei­nungen sind nicht unab­hängig vom Orga­nis­mus und vom Bewusst­sein. Und der Orga­ni­smus ist selbst eine Viel­zahl von Erscheinungen.

Was Sie über “mich hier in München” denken, ist natür­lich ein Gedan­ken­kon­strukt, ebenso wie meine Gedan­ken an “Sie dort in Berlin” (und “meine” Gedan­ken an “München” und “mich” und “sons­tige Gedanken”).
Ich verwechsle Sie nicht mit den Gedanken an Sie, gehe aber (sagen wir mal “intui­tiv”) davon aus, dass bei Ihnen eben­falls direk­tes Erle­ben ist. Bewei­sen könnte ich es nicht, for­dert ja auch keiner.

Mein Bild zu unseren bei­den Orga­nis­men ist wie zwei Äste an einem Baum. Die erle­ben unter­schied­li­che Dinge: Auf einem landet gerade ein Vogel, der andere ver­liert ein paar Blätter im Wind … Und doch sind beide Mani­fes­ta­tio­nen des­sel­ben Baums und SIND derselbe Baum. 1als2.

Um meine Antwort in einem Satz zusam­men­zu­fassen: Die Wirk­lich­keit liegt jen­seits von Gedan­ken und kann von ihnen nie erfasst wer­den. Daher sind Gedan­ken hilf­reich zum Pla­nen, aber laden sonst oft nur zur Ver­wir­rung ein. Ok, ich dachte, es würde nur ein Satz.


Lieber Herr Kruse,

ganz herzlichen Dank für Ihre schnelle und aus­führ­liche Antwort! Ich finde es wirk­lich klasse, dass Sie so detail­liert auf meine Fragen ein­ge­gan­gen sind, und das auch noch an einem Feiertag.

Ihre Nach­richt hat eine para­doxe Wir­kung auf mich: Einer­seits löst vor allem Ihre Erin­ne­rung, dass natür­lich auch Fragen wie “Gibt es / Gibt es nicht?” ledig­lich Gedan­ken, also dua­lis­ti­sche For­men, sind, große Erleich­te­rung in mir aus – so, als ob ich mir durch diese Erkennt­nis nun nicht mehr die Mühe machen muss, mir diese Fragen stän­dig zu stellen. Anderer­seits verur­sacht gerade diese Erkennt­nis aber auch, dass Unruhe und Ent­täu­schung in mir auf­stei­gen, verb­un­den mit dem Gedan­ken, dass ich dann ja “nie etwas sicher wis­sen” kann. Und die wei­tere Erkennt­nis, dass frei­lich auch dies nur ein Gedanke ist, kann mich (im Moment zumin­dest) lei­der auch nicht beruhigen.

Und trot­zdem ist da eine Ahnung in mir, dass genau diese Ein­sicht, dass letzt­gül­tige Ant­wor­ten nie­mals gefun­den wer­den kön­nen, zur Ruhe führt oder, um es schön para­dox zu for­mu­lie­ren: dass die Lösung aller Fragen ist, dass es keine Lösung gibt.

Dies nur als kurzes Feed­back. Ich werde mir Ihre Sätze noch häu­fig “durch den Kopf gehen lassen”. Nochmals ganz herz­lichen Dank für Ihre Ant­wort und auch für den Hin­weis auf Ihre Webseite, auf die ich schon sehr gespannt bin.


Ich antworte Ihnen gerne, gerade am “Tag der (deutschen) Einheit”!

“Die Lösung aller Fragen ist, dass es keine Lösung gibt.” … Ich würde sagen: Die Lösung solcher Wirk­lich­keits­fragen ist zu erken­nen, dass Gedan­ken eine abstra­hierte, ver­zerrte Schein­welt erzeu­gen, die der Wirk­lich­keit ähnelt, aber sie nicht erfas­sen kann.
Und dass gedank­liche Ant­wor­ten auf gedank­li­che Fra­gen der Wirk­lich­keit bes­ten­falls eini­ger­ma­ßen ähneln, aber nie, nie, nie, nie, nie die Wirk­lich­keit erfas­sen, die jen­seits der Gedanken liegt.

Sich an Gedanken zu halten, die Sicher­heit ver­spr­echen (“DIE Antwort”), führt zu Dogmen und zu Dogmatik.
Und fürs Denken ist das viel­leicht erst mal frus­trie­rend zu erken­nen: Es gibt Berei­che, in denen das Werk­zeug “Denken” nicht greift.
Dann kann es aber auch sehr erleich­ternd sein. Denn das Den­ken braucht sich nur noch um die Berei­che küm­mern, für die es zustän­dig ist: Planung usw., und muss nicht mehr für ALLES zustän­dig sein.

Das Denken hat Fragen, die im Denk-Modus fas­zi­nie­rend und vor allem wich­tig erschei­nen und oft über­haupt nur im Den­ken exis­tieren: “Der Dorf­bar­bier rasiert die Män­ner, die sich nicht selbst rasie­ren. Rasiert er sich selbst?”
Und das Denken kann mit sol­chen Fragen spie­len, wenn es Spaß daran hat, aber dabei wird es keine Sicher­heit oder die Antw­ort auf alles finden (die bekannt­lich “42” ist).

Die faszinierendste aller Fragen finde ich: Was ist “JETZT”?, eben weil alle gedank­li­chen Ant­wor­ten darauf völlig unzu­reichend sind und die einzig interes­sante Ant­wort nur in der gegen­wär­ti­gen Offen­heit besteht.
Die Antwort ist Stille. Stille für das, was sich jetzt zeigt.

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Das Unterbewusstsein

Lieber Dittmar,

danke für die auf­schluss­rei­chen Ein­blicke! Ich schätze dich sehr als jeman­den, der Non­dua­li­tät ver­kör­pert, ohne sich auf einen Guru-Sockel zu stel­len. Momen­tan scheint es für mich aber trotz­dem nicht anzu­st­ehen, an dein­em öffent­lichen Chat teil­zu­neh­men.

Zwei Fra­gen habe ich trotz­dem:
Obwohl die ge­trenn­te Ich-Ins­tanz eine Illu­sion ist, wird gemein­hin von einem ener­ge­ti­schen Tod ge­spro­chen, der not­wen­dig ist, be­vor jemand das All-Eins-Sein komp­lett ver­kör­pern kann. Wie siehst Du das? Und was ist mit dem Unter­be­wusst­sein? Gren­zen­los­es Bewusst­sein schließt doch das Unter­be­wusst­sein mit ein – ist es inso­fern nicht wich­tig, das per­sön­li­che und das kol­lek­tive Un­be­wusste zu inte­grieren, damit Ganz­heit rea­li­siert wird?

Danke und herzliche Grüße


Danke für deine Mail!

Wie immer halte ich es für sinn­voll, mög­lichst wenige Kon­zepte zu ver­wen­den und statt­des­sen zu schauen, was wirk­lich er­lebt wird. Und wenn ein Be­griff wie “Unter­bewusst­sein” ver­wen­det wird, ihn zu de­fi­nie­ren, um zu schauen, ob wir das­selbe meinen.

Die ein­fachste De­fi­ni­tion fin­de ich “Das, was gerade nicht bewusst ist” und würde  das syno­nym ver­wen­den mit “Das, wo die Auf­merk­sam­keit gerade nicht ist”.
Der Begriff “Unter­be­wussts­ein” klingt so, als wäre das ein Wesen statt ein­fach nur “Das, was (jetzt gerade) nicht bewusst ist”.
Mit ande­ren Wor­ten finde ich den Begriff “Unter­be­wusst­sein” unnötig, und “Das Un­bew­usste” auch, so wie es kei­nen Be­griff braucht für “Das, was gerade nicht wahr­ge­no­mmen wird”.

Viel­leicht ist deine De­fi­ni­tion von “Un(ter)­be­wusst­sein” auch ganz anders, was ver­stehst du denn darunter?

Meine Beschrei­bung: Da sind Mus­ter, Gewohn­heiten, Auto­ma­tis­men der Auf­merk­sam­keit und der Reak­tio­nen auf das Wahr­ge­nom­mene. Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten, Über­ze­ugung­en, die voraus­ge­setzt und nicht hin­ter­fragt wer­den.
Man­che Mus­ter kön­nen bewusst wer­den (z.B. Atem-Muster, Denk- und Sprech­wei­sen), man­che nicht (z.B. Auf­schlüs­seln der Nah­rung nach Nähr­stof­fen und Abfall).

Zum “ener­ge­ti­schen Tod”: Er ist das Ende der Illu­sion, dass es “meine” Ener­gie inmit­ten von “ande­ren” Ener­gien gibt. Das Er­le­ben des einen Ener­gie­meers, von dem nichts aus­ge­nom­men ist, und der Stille darin, von der nichts aus­genom­men ist.

Die Ener­gie fließt auch in Mus­tern, die Wir­bel bil­den oder stag­nie­ren kön­nen (siehe oben). Die­se Mus­ter sind nicht ge­trennt vom Gesamt­gesche­hen, von der momen­ta­nen Energie-Konstel­la­tion, nur gehen dys­funk­tio­nale Mus­ter von anderen Gege­ben­hei­ten aus: von der Situ­a­tion zu der Zeit, als sie ent­stan­den sind; von der Not­wen­dig­keit, etwas zu ver­tei­di­gen oder zu be­kämp­fen oder zu igno­rie­ren und sonstigen Irrtümern.

Dafür kann es ein Up­date geben: In der Er­kennt­nis, dass die Mus­ter etwas ganz Un­per­sön­li­ches sind, im Er­ken­nen der einen Lee­re in allen Erschei­nun­gen, in allen Mus­tern, kann die Ener­gie spon­tan in neuen Bah­nen flie­ßen, die sich stimmig, friedl­ich und lie­bev­oll anfühlen.

Herzliche Grüße
Dittmar


Hallo Dittmar,

herz­­li­chen Dank für die auf­schluss­rei­chen Im­pul­se. Wenn Du für Deine in­ves­tier­te Zeit einen fi­nan­ziel­len Aus­gleich möch­test, lass mich bitte Dein­e Kon­to­nu­mmer wissen.

Zum Thema “ener­ge­ti­scher Tod und über­per­sön­liche Energie-Muster” kann ich gut nach­voll­zie­hen, was Du meinst.

Mit dem Unter­be­wusst­sein meine ich das, was Eckhart Tolle den Schmerz­kör­per nennt. Das, was mich ent­we­der zur Täterin oder zum Opfer macht, was sich manch­mal wie ein Dämon an­fühlt und manch­mal wie ein quen­ge­li­ges Klein­kind. Ent­spre­chende Pro­jek­ti­onen ge­hören für mich eben­falls zum Be­griff Unter­be­wusst­sein. Die Aus­ein­an­der­set­zung mit neu­eren Erkennt­nis­sen aus der Trauma­for­schung hin­sicht­lich mei­ner eige­nen trau­ma­tis­chen Ener­gien ist mei­ne per­sön­li­che psy­cho­lo­gi­sche Ebene die­ses Phä­no­mens Schmerz­körper.

Konkreter aus­ge­drückt erlebe ich z.B. in Be­geg­nun­gen oft­mals eine feind­se­li­ge Hal­tung in mir, ob­wohl ich ei­gent­lich freund­lich sein möch­te, und habe dann kei­nen Ein­fluss auf mein Ver­hal­ten. Oder wenn ich Angst habe im Um­gang mit Men­­schen, be­kom­me ich ein ganz stren­ges Ge­sicht – ein Phä­no­men, wel­ches ich als sog. “Täter­intro­jekt” inzwi­schen durch­aus ein­zu­ordn­en weiß.

Wenn ich mir aller­dings das be­din­gungs­lo­se Eins­sein aller Men­schen mit dem ein­zig Einen be­wusst mache und mich in die­sem Be­wusst­sein mit­tels ent­spre­chen­der Affir­ma­tio­nen ver­an­ke­re, er­le­be ich durch­aus Lie­be im Sin­ne von Eins­sein, sowie Frie­den und Angst­frei­heit im Um­gang mit Menschen. Das ist aber noch nichts Selbst­ver­ständ­li­ches in mir, die al­ten sozial­pho­bi­schen Mus­ter über­la­gern oft­mals noch das, was ich als “meine” sog. wah­re Na­tur durch­aus be­reits er­fah­ren habe.

Verstehe ich Dich rich­tig, dass es für die voll­stän­di­ge Rea­li­sie­rung die­ses All-Eins-Seins nichts zu tun und nichts zu las­sen gibt? Momen­tan ten­diere ich aller­dings da­zu, mich mit den oben erwähn­ten Affir­ma­tio­nen wei­ter darin zu üben, DAS zu rea­li­sie­ren, was ich bereits BIN.

Danke für alles und herzliche Grüße


Ich danke dir eben­falls für die interessan­ten Fra­gen … und für das Aus­gleichs-Angebot! Ich freue mich, dir zu ant­wor­ten, es braucht kei­nen wei­te­ren Aus­gleich.

Danke auch für deine (und Eckhart Tolles) Defi­ni­tion von “Unter­be­wusst­sein” bzw. “Schmerz­kör­per”! Die Vor­stel­lung, die durch diese Be­grif­fe sug­ge­riert wird, ist: Da gibt es etwas Nega­ti­ves, das am bes­ten ge­löscht wer­den soll­te. Ohne Schmerz­kör­per, ohne Dä­mon, ohne quen­geliges Kind wären wir besser dran.

In solchen Kon­zep­ten (oder auch “Teil­per­sön­lich­kei­ten”, “Schat­ten” usw.) wird als Wesen be­schrie­ben, was nur ein Mecha­nis­mus ist. Eine ge­lern­te Rea­kt­ion, die in der Si­tu­a­tion, in der sie ge­lernt wur­de, als bes­te oder ein­zi­ge Mög­lich­keit er­schien, und im Licht aktu­el­ler Er­fah­run­gen nicht mehr passt, weil an­d­ere Mög­lich­kei­­ten er­kannt wur­den. Die­sel­ben ge­lern­ten Tanz­schritte, ob­wohl längst ganz andere Musik spielt.

So gesehen ist ein “Täter­intro­jekt” Modell-Lernen, das Ler­nen von Vor­bil­dern. Zum Bei­spiel: Be­stra­fung als Mit­tel, un­er­wünsch­tes Ver­hal­ten ab­zu­stel­len. Et­was, an das “eigent­lich” gar nicht ge­glaubt wird, das aber wei­ter läuft, so­lan­ge es nicht über­prüft und / oder aktu­alisiert wird.

Ich habe noch einen Begriff, den ich statt “Unbewuss­tes / Unter­be­wusst­sein” ver­wenden würde: Impli­zites Wis­sen. Das Wis­sen, das voraus­ge­setzt wird, ohne dass darü­ber re­flek­tiert wer­den muss. Zum Bei­spiel das Wis­sen, wo du gerade bist. Ein an­de­res Bei­spiel: Mir ist nicht be­wusst, wel­che Tas­ten auf der Tas­ta­tur links und rechts vom “P” lie­gen; trotz­dem gibt es das imp­li­zi­te Wis­sen darü­ber, so dass ich diese Tas­ten “blind” benut­zen kann, wenn ich sie brauche.
Und dieses “im­pli­z­ite Wis­sen” kann ve­ral­ten durch neue Ge­ge­ben­hei­ten, zum Bei­spiel wenn ich ei­ne eng­li­sche Tas­ta­tur be­nutze: Dann ist rechts ne­ben dem “P” ein an­de­res Zei­chen (das ich jetzt auch nicht weiß, aber bei Be­darf ver­wenden könnte).

Wenn das Ver­hal­tens- oder Auf­mer­ksam­keits­muster, das ab­ge­ru­fen wird, dys­funk­tio­nal ist (schmer­zhaft, gewalt­tä­tig o.ä.), dann ist ein Up­date sinn­voll, eine Inte­gra­tion des Auto­ma­tis­mus ins aktu­elle Erleben.

Das kann, wie du schreibst, durch eine Af­fir­ma­tion ge­sche­hen, eine Be­kräf­ti­gung des­sen, was du in­zwi­schen weißt /er­kannt hast. Diese Af­fir­ma­tion oder Er­in­ne­rung kann zu einer neuen Aus­rich­tung der Auf­merk­sam­keit füh­ren und da­mit zu einem ak­tua­li­sier­ten Den­ken, Er­le­ben, Füh­len, Ver­hal­ten. (Affir­ma­tio­nen kön­nen aller­dings auch ein Ver­such sein, das mome­ntane Er­leben zu leug­nen und sich davon abzuwenden.)

Die Aktua­li­sie­rung (das Up­date) kann da­rin be­ste­hen, zu über­prü­fen, was im al­ten Pro­gramm voraus­ge­setzt war, zum Bei­spiel: Bin ich in einer feind­li­chen Um­ge­bung? Gibt es et­was zu ver­tei­di­gen oder auf­recht zu er­hal­ten? Wel­che Be­din­gun­gen werden vom Mus­ter ge­stellt? Bei die­ser Über­prü­fung kann NLP helfen, oder auch “The Work” nach Byron Katie.

Das Update kann auch sein, mit neuen Au­gen zu schauen und sich dem ak­tu­el­len Er­le­ben mit For­scher­geist zu­zu­we­nden: Was er­leb­e ich jetzt? Wel­cher Ge­dan­ke ist ge­ra­de im Spiel? Ist er ein Bild, eine Stim­me, beides? Wie rea­giert der Kör­per darauf? Was ist da sonst noch? … Ohne Ver­bot, das zu er­leben, und ohne den Ver­such, die­je­ni­gen zu be­stra­fen, die die­se Ge­füh­le schein­bar aus­ge­löst ha­ben. Die­se offe­ne, freund­li­che Auf­merk­sam­keit für das ak­tu­elle Er­le­ben ist schon das Update, die Ak­tu­ali­sierung – und erfüllt den Wunsch nach lie­be­voller Zuwendung.

“Ver­ste­he ich Dich rich­tig, dass es für die voll­stän­di­ge Rea­li­sie­rung die­ses All-Eins-Seins nichts zu tun und nichts zu lassen gibt?”

Das All-Eins-Sein umfasst al­les (wie der Be­griff schon sagt) und schließt nichts vom Er­le­ben aus. Auch z.B. das Gefühl, ge­trennt oder über­for­dert zu sein, darf im Er­le­ben auf­tau­chen. Ler­nen ge­schieht, wenn die­ses Gefühl nicht isol­iert erlebt wird, son­dern im Zusammen­hang mit den Bedin­gun­gen, die ans Erle­ben gestellt wer­den (wie es sich anfüh­len soll, wie andere mir begeg­nen sol­len …), als wären die Bedin­gun­gen wich­ti­ger und das Eins­sein gerade nicht “Thema”.

Der Organis­mus ist an­ge­zogen vom Er­le­ben des Eins­seins, von Liebe. Er kann sich daran orien­ti­eren; Auf­merk­sam­keit und Ver­hal­ten kön­nen sich auf die Ge­gen­wart der Lie­be aus­rich­ten, statt nur mecha­nisch und re­fle­xhaft zu re­agie­ren. Er erlebt die Wei­te, die darin liegt, und lernt. Oder er lernt: “So fühlt es sich an, die­sen Gedan­ken und Bedin­gun­gen zu glau­ben” – und lernt aus dem Kon­trast zwi­schen Enge und Weite.

Das ist übri­gens ein Punkt, mit dem viele nicht ein­ver­stan­den sind: In Advaita-Kreisen hat “Ler­nen” einen schlech­ten Ruf; das Wort klingt nach Ar­beit und kann die Vor­stel­lung mit sich brin­gen, noch nicht “am Ziel” zu sein, noch etwas er­rei­chen zu müs­sen. Und es er­weckt viel­leicht die Vor­stel­lung einer Zu­kunft, für die ge­lernt wird.

Ich spreche aber vom Ler­nen für “Jetzt”. Das Leben ist ler­nen­de Intel­li­genz, ganz ohne Zu­tun. Er­leben ist Ler­nen, so wie ein Musi­ker lernt, wenn er ein­fach nur spielt … und dabei zuhört.

Dieses Ler­nen ge­schieht von selbst: ein Ler­nen aus Liebe zur Musik, zum momen­tanen Er­le­ben. Lernen aus Liebe.


Hallo Dittmar,

vielen, vielen Dank für die er­hel­len­den Er­läu­te­run­gen. Die Gros­chen fallen – manchmal nur cent­weise, manch­mal auch schlag­ar­tig.
 
Was das von Dir be­schrie­be­ne Up­date an­geht, fühle ich mich weni­ger zu Byron Katie und all­ge­mei­nem NLP hin­ge­z­ogen als zu Dei­nen Alter­na­tiv­vor­schlä­gen und zu der sog. Core-Transfor­ma­tion, die ich vor eini­ger Zeit schon mal an­ge­spro­chen hatte.
 

Ich wer­de dei­ne Mail wie­der­holt im Hin­ter­kopf be­we­gen und dran­blei­ben an der Er­for­schung der Ich-Illusion …

 

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Erleben ohne Instanz?

Lieber Dittmar,

so oft höre ich davon, dass es ein deut­li­ches Erken­nen geben kann, dass es keine Ins­tanz gibt (noch jemals gab), wel­che diese Erfah­rung macht – also dass es nie­man­den gibt, der über­haupt irgend­eine Erfah­rung machen könnte! Ich kann das nicht ver­ste­hen. Irgend­wie scheint’s da ein “Ken­nen” zu geben. Aber etwas wird erkannt ohne einen Erken­nen­den? Wird nichts erkannt? Ist es auch ein Spiel mit Worten?

Heißt “sich etwas bewusst” zu wer­den, sich jen­seits des Klangs eines Wor­tes, des­sen Bedeu­tung bewusst zu wer­den? Bedeu­tung ent­steht doch nur im Zusam­men­hang mit einer Geschichte, zu der ich dann letzt­end­lich einen Bezug habe. Also das Wort “Afrika” ist eigent­lich nur ein Klang, wie etwa das Säu­seln des Win­des unter der Tür hin­durch. Aber im Zusam­men­hang mit den Wörtern “Wüste, Schwarz, Armut, Lebens­freude, Tropen, Steppe, Ele­fan­ten, Löwen, Zebras, Krieg…” entste­hen Bil­der im Kopf, die sich zu einer Geschichte zusam­men­fas­sen las­sen, oder einer Geschichte ent­stammen.

Damit ver­bun­den sind Bewer­tun­gen und Gefühle, die dann einen Bezug zu mir her­zu­stel­len schei­nen oder sogar über­haupt erst ein Ich “erschaf­fen”.
In dem Augen­blick ent­steht irgend­wie ein Gefühl der “Ich bin hier – Afrika ist da”-Trennung, die durch den Bezug zu Afrika gleich­zei­tig ent­steht und über­brückt wer­den soll. Mir schwirrt der Kopf, ich kann mir ein­fach nicht vor­stel­len, wie das alles auf­taucht, ohne einen Bezug zu einer Instanz in mir. Und gleich­zei­tig ist da nichts Greif­ba­res außer Abstrak­tio­nen, die im Grunde nur ein Klang sind wie “[sein Name]”, der auch immer nur im Zusam­men­hang mit ande­ren Wor­ten, also Gedan­ken und Gefüh­len einen Sinn, eine Bedeu­tung erschafft. Ein Ich, das nur “vir­tu­ell” exis­tiert und genau des­we­gen nicht begrif­fen wer­den kann, so wie “Feuer” als Wort nicht heiß ist …


Lieber …,

ich kann’s auch nicht erklä­ren, weil es nicht zu ver­ste­hen ist.
Es ist eben kein Spiel mit Wor­ten, weil Worte es ein­fach nicht erfas­sen kön­nen. In ihnen ist ja immer eine Sub­jekt-Objekt-Struktur vor­ge­ge­ben; im Erleben nicht. Nur wenn der Ver­stand das Erleben mit Wor­ten erfas­sen will, dann schei­tert er. Aber das, wofür du dich – nicht nur in Gedan­ken, sondern im Gefühl – gehal­ten hast, kann weg­fal­len. Das, was das Erle­ben für sich bean­sprucht und auf sich bezieht, kann weg­fallen.

Ja, ein Wort wie “Afrika” löst Asso­zi­atio­nen aus, Erin­ner­un­gen und Fan­ta­sien, die ein schil­lern­des Gesamt­bild ent­ste­hen las­sen. Das ist der­selbe Mecha­ni­smus, der ein “Ich” real erschei­nen lässt. Der­selbe Mecha­ni­smus, der auch “Atlan­tis” oder “Blut­ehre” real erschei­nen las­sen kann, ohne dass irgend­eine Rea­li­tät dahin­ter ste­cken muss.

Das Ich ist nicht wirk­lich “jemand” und auch kein “Es”, son­dern eine Gewohn­heit: Gedan­ken und Gefühle, die sich auf andere Gedan­ken und Gefühle bezie­hen und dadurch ein soli­des Etwas, eine Art Sub­stanz, ein Wesen zu bil­den scheinen.
Was ist da ohne Worte, ohne Gedan­ken? Stille Unfass­bar­keit, die in keiner Weise umgrenzt ist. In der alle Erschei­nun­gen Aus­druck des­sel­ben sind. In der alles Ich ist, alles Du ist, alles Es ist … – in der diese Begriffe nicht greifen.

Also wie gesagt: Ich kann’s auch nicht erklä­ren. Es ist frus­trie­rend fürs Den­ken und ganz wun­der­voll fürs Herz.

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Gegen Gedanken kämpfen

Lieber Dittmar,

“der Augenblick ist auch mit den Gedanken wie er ist. Nur Wahrnehmen.” – Was aber, wenn einem das Wahrnehmen einfach nicht auf Dauer gelingen will? Man sich immer wieder in die Gedanken, “das Zusammen­ziehen” verstrickt? Man sich immer wieder mit Gefühlen identifiziert? Man nicht einfach nur in der U-Bahn sitzen kann?

Es ist sehr schwer. Und das Kämpfen darum macht mich noch ganz verrückt. Weil ich ja weiß, wie entspannt es sein könnte, wenn mein Kopf nicht ständig woanders wäre oder ihm mit dem nur Dasein nicht langweilig würde.

Muss man dann nicht doch üben? … So wie die Zenmeister die Meditation empfehlen? Der Körper-Geist-Organismus ist einfach anders trainiert und verstrickt sich immer wieder. Kann das Leben, wie du es bezeichnest, lernen sich nicht zu identifizieren?

Liebe Grüße
Isabell


Liebe Isabell, danke für die Fragen!

Wahrnehmen kann in diesem Zusammen­hang nicht “nicht gelingen”. Auch Gedanken werden wahrgenommen, ebenso wie die Gefühlsreaktionen auf sie, das Zusammenziehen, der Tunnel, den sie bilden.

Diese Wahrnehmungen, dass da Gedanken sind und wie sie sich auswirken, bleiben eher im Hintergrund, solange das Hauptinteresse den Gedanken-Inhalten gilt. Solange es eine Identifikation mit der Person gibt, um die sich die Gedanken drehen (ihre Geschichte, ihre Zukunft …), solange scheint es in Gedanken etwas zu holen zu geben. Und solange dem Versprechen in den Gedanken geglaubt wird, dass sie hilfreich sind, um die Person zu beschützen, solange wird die Person auch weiter vorausgesetzt und für real gehalten.

Identifikation mit Gedanken ist genau dieser Prozess: Die Gefühle reagieren auf Gedanken, als wären sie wahr und ein 1:1-Abbild der Wirk­lich­keit. “Ich” erscheine auf ein kleines, schutzbedürftiges Einzelwesen in einer getrennten Welt reduziert, und der Orga­nismus reagiert darauf mit Anspan­nung und Zusammenziehen.
Das leise Unbehagen beim Dauer-Denken, das Gefühl von latenter Bedrohung, ist gleichzeitig wieder Anlass für Gedanken, “wie ich mich schützen /vorbereiten kann”.

Denken ist auch ein Abwehr-Mechanismus, der die Person beschützen will, für die er sich hält. Das heißt, wenn diese Identifikation ins Wanken kommt (“bedroht” wird), dann wird das Denken schnell aktiv, um die Aufmerk­sam­keit abzulenken. Das kann losgehen mit einem Gefühl der Langeweile: „Die Gegen­wart bietet mir nichts Interes­santes.“ – worin schon ein getrenntes Wesen vorausgesetzt wird, das von der Welt unterhalten werden will.

Der Treibstoff, der Gedanken am Laufen hält, ist der Wunsch, (sich) etwas Gutes zu tun; dafür zu sorgen, dass es dir gut geht. Also eigentlich ein liebevoller Impuls, nur verwirrt durch die Identifikation, durch Irrglauben darüber, wer /was du bist und was du brauchst, um glücklich zu sein.

Wenn gesehen wird, wie oft Gedanken das Gegenteil von dem bewirken, was sie beabsichtigen – wie oft sie eher unglücklich machen –, dann kann der liebevolle Impuls von dieser Verwirrung ablassen und sich dem zuwenden, was wirklich glücklich macht: dem Bewusstsein selbst in seiner gegenwärtigen Erscheinungsform als dieser Moment.

Ja, das ist ein Lernprozess, kein Ein-für-alle-Mal-Ereignis, sondern ein Immer-wieder-Aufwachen. Mit Kämpfen hat das nichts zu tun (so scheint es nur aus der Denk-Perspektive), sondern mit der Bereitschaft, zu lernen, auch aus den Gefühlen, die das Denken mit sich bringt.

Sehr praktisch finde ich es, die Gedanken Kategorien zuzuorden, z.B. “Vergangenheit / Zukunft” (Gedanken, die sich nicht auf die Gegenwart beziehen), “Phantom-Diskussionen” (Dialoge, die mit Abwesenden durchgespielt werden) usw. Dazu habe ich dir ein pdf angefügt:
Gedanken einordnen

Ein anderes Experiment untersucht die Erscheinungsformen von Gedanken: Ist es ein Bild, eine Stimme oder beides? Wie reagiert das Gefühl? usw. Das pdf findest du hier:
Denken untersuchen

Es geht in diesen Experimenten /Übungen nicht darum, sich von Gedanken abzuwenden, nicht darum, ihnen die Aufmerksamkeit zu entziehen, sondern darum, ihnen und ihren Wirkungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Gedanken nicht als Feinde zu behandeln, sondern die Gelegenheit zu nutzen, etwas über sie zu lernen.
Jeder Gedanke ist eine Einladung in zwei Richtungen: Entweder ihm und seinen Nachfolgern weiter zu folgen oder wach zu werden für die gegenwärtige Wachheit, in der sie sich abspielen.

Meditation halte ich für etwas, das dem Organismus sehr gut tut. Sie kann über das Stillsitzen hinaus ein ständiges Lernen sein.
Ja, das Leben kann lernen, sich nicht zu identifizieren. Das geschieht z.B. durch den direkten Vergleich, durch den Kontrast: So fühlt sich Identifikation an … und so das Wunder der Gegenwart, in der alles lebt.
Und wenn du den sinnlichen Aspekt der Wachheit genießen möchtest, habe ich noch dieses Experiment für dich, das die Aufmerksamkeit in die Gegenwart einlädt:
Gegenwart-Atem

Liebe Grüße
Dittmar

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Nondualität | Nichtdualität 1als2

Nondualität | Nicht-Dualität | 1als2Nicht-Dualität: Videos und Texte über Leben­dig­keit und die Formen, die sie annimmt.

Diese Erschei­nungs­formen sind leben­dige Energie in Bewe­gung, in stän­diger Verän­de­rung. Das Ein­zige, das kons­tant bleibt, ist die Leben­dig­keit vor, hin­ter und in den Erschei­nungs­for­men. Das Bewusst­sein (die Offen­heit, der Raum, die Stille …), in dem die Erschei­nungen auf­tau­chen; die Präsenz, die Intel­li­genz, die sich in ihnen mani­festiert. Das Eine, das sich als Zwei­heit, als Viel­falt zeigt.

Wenn sich die Auf­merk­sam­keit ihrem eige­nen Ursprung zuwen­det, dem Bewusst­sein selbst, dann wird diese Quelle der Erschei­nun­gen als Freude, Liebe, Erfül­lung erlebt; als all­ge­gen­wär­tige, ein­zige Präsenz, frei und un­getrübt von allem, was in ihr auf­taucht; vol­ler Liebe für sich selbst in all ihren Erschei­nungs­for­men.

Die Vor­stellungen von Getrennt­heit werden als Illu­sion durch­schaut: als Traum, ein getrenn­tes Wesen zu sein, das der “Außen­welt” das abrin­gen muss, was es braucht, um voll­stän­dig zu werden.

Nur in der Iden­tifi­kat­ion mit einem Bewusst­seins­in­halt erscheint die Hin­wen­dung zur Quelle nicht als das Natür­lich­ste, Selbst­ver­ständ­lich­ste über­haupt, son­dern als ein lan­ger, schwie­ri­ger Weg mit vie­len Stu­fen und Hin­der­nis­sen. Die Erkennt­nis des einen Bewusst­seins ist aber in jedem Moment mög­lich – nur nicht für ein getrenn­tes Einzel­wesen, denn die Illu­sion der Getrennt­heit kann sich im Erle­ben der einen Leben­dig­keit nicht halten.

Hier fin­det ihr Tex­te, Gedichte, Videos, Veranstaltungen und Expe­ri­mente, die auf dieses Erle­ben der Nicht-Dualität hin­wei­sen.

Fragen und Feed­back dazu sind will­kom­men – jetzt auch im Live-Chat!

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NLP, Achtsamkeit & Reframing

Aus einem Online-Chat mit Dittmar Kruse:

  • Gewohnheiten überprüfen – hat sich das Ver­ha­lten bewährt?
  • Reframing: Was ist das Bedürf­nis (der Wunsch, das Ver­spre­chen) hinter dem unbe­frie­di­gen­den Verhalten?
  • Ablenkung verhin­dert Kon­flikt­lö­sung: das Lose-Lose-Prinzip
  • Achtsamkeit ist Lernen: Was ist “Jetzt”?
  • Freundliche Aufmerk­sam­keit für die eige­nen Bedürf­nisse und Gefühle statt Widerstand
  • Erlaubnis zu fühlen, was da ist
  • Erstes Date mit dem Erleben

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NLP / Achtsamkeit, Teil 2

Der 2. Teil des Gesprächs über NLP als Hilfe zur Achtsamkeit:
Das Empfinden von Lebendigkeit und Präsenz

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NLP / Achtsamkeit lernen, Video Teil 1

NLP / Achtsamkeit:

Dittmar Kruse spricht mit Nikolaj Djuga darüber, wie man mit NLP Achtsamkeit lernen kann: nicht als Methode der Zielerreichung, sondern als Beschrei­­bung des Erle­bens im Hier und Jetzt. Gedan­ken müssen keine Ablen­­kung von der Gegen­­wart sein, wenn sie mit freund­­licher Auf­merk­­sam­­keit wahr­ge­­nommen werden. Die men­tale Unruhe kann im Bewusst­­seins­­feld zur Ruhe kommen.
Nikolaj finden Sie hier: www.djuga.de


Hier die Fortsetzung: NLP / Achtsamkeit, Teil 2


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