Wird das Leben gesteuert?

Wird das Leben gesteuert?Lieber Dittmar!

Ich kann es nicht oft genug sagen, danke, danke, danke!!!!! Wie schön, dass du all dein Erleben und Lernen mit uns teilst und überhaupt unser Beisammensein möglich machst! 🙂

Ich liebe es auch, deine Antworten auf die Mails zu lesen! Gerade las ich “Abwesenheit spüren”. Es ist, als ob deine Antwort in mich hineinkriecht, mein Organismus kribbelt regelrecht von der Energie, die deine Worte auslösen! Ein schönes Gefühl!!!

Die Wahrheit ist wirklich so simpel, alles darf sein – warum? Weil es halt sich so zeigt! Und ja, diese Organismen sind auf Lernen “programmiert”!

Mein ganzes Leben habe ich nach Leichtigkeit gesucht! Alles Mögliche gemacht, gelesen, ausprobiert, was mehr Leichtigkeit und Freude versprach. Darin eingeschlossen finanzielle Leichtigkeit, gleichbedeutend hier mit der Sehnsucht nach Sorgenfreiheit. 
Ja, und ich muss diese Sehnsucht, die hier von Zeit zu Zeit auftaucht, nicht ablehnen! Das durfte ich von dir auch lernen! Auch dafür nochmals danke! 

Jetzt habe ich habe gerade deine Antwort auf die Mail: “Greift das Bewusstsein ein?” gelesen und dazu fällt mir etwas auf:
Es gab in meinem Leben einige Momente, wo ich im Nachhinein das Gefühl habe, dass irgendetwas die gerade aktive Kugelbahn gesteuert hat zum Besseren hin (allerdings fühlte es sich sich überhaupt erstmal nicht nach etwas Besserem an, sondern eher nach Angst und Sorge), und ohne irgendeinen für mich erkennbaren Lernprozess oder Lernen oder wie auch immer der Bruch eines Wider­standes geschieht.

Aus dem Nichts kamen irgendwelche Begebenheiten, die einen Richtungswechsel vollzogen haben, ohne einen für mich erkennbaren klaren Impuls. Ich “musste” sozusagen einen anderen Weg einschlagen! Erst nach und nach kam hier mehr Bewusstheit hinzu.

Ich stimme deiner Antwort zu und erlebe es jetzt auch so, dass der Eingreif-Wahn klarer erkannt wird.

Doch was geschah denn vorher, sozusagen “unbewusst”, wenn Verän­de­rungen sozu­sagen erzwungen wurden vom Leben selbst? Eigent­lich nichts anderes, oder? Es geschieht einfach, was geschieht, mit Bewusst­heit oder ohne? Wie siehst du das?


Vielen Dank für deine Mails! Ich freue mich sehr über deine Resonanz und über unser Zusammensein.

Zu deiner Frage:
Offensichtlich ändert das Leben immer wieder die Umstände, die es erlebt. Veränderung ist ein wesentlicher Aspekt im Energiefluss des Erlebens. So macht das Leben neue Erfahrungen und lernt neue Aspekte von sich kennen.

Viel mehr kann ich aus dem direkten Erleben schon nicht mehr sagen, ab jetzt kämen Theorien ins Spiel:

  • Das ist alles Zufall.
  • Das ist alles vorherbestimmt.
  • Das ist gelenkt von einer liebevollen Intelligenz.
  • Das ist alles ein mechanischer Ablauf.
  • Das ist alles Illusion.
  • Das geschieht alles spontan, ohne Plan.
  • Alles ist gut.
  • Alles steuert auf den Zerfall zu.
  • Karma, Dharma, Vorsehung, Lebensplan, Schicksal, Traum …

Wenn sich nichts im direkten Erleben zeigt, sondern nur Konzepte aufgegriffen oder erfunden werden könnten, dann gibt es so viele Erklä­rungen wie Denk­weisen (oder “Philosophien”).

Und ob ich dir eine Denk­weise vorschlage oder du eine auswählst, die dir gefällt, ist: Zufall, vorherbestimmt, gelenkt von …


So super, deine Antwort! Jaaaa, genauso empfinde ich es auch! Und eine Freude taucht hier auf und ein breites Grinsen!!! 😊😀😄
Danke und ich freue mich auf unseren nächsten Talk 🙂


🙂 Was ich noch aus “eigenem” Erleben sagen kann:

Mit Bewusstheit”, also ohne Identifikation, gibt es weniger Widerstand. Das automatische Bestehen auf Bedingungen, das automatische Wehren gegen Verän­de­rungen und Erzwingen-Wollen von Verän­derungen – das kann aufhören. Damit wird Veränderung sehr viel fließender.

Und es gibt ein Vertrauen in die Lebendigkeit, in den Moment. Nicht so sehr “Es wird schon gut gehen für diesen Organismus”, sondern Liebe zum Leben, so wie es sich zeigt, so wie es sich bewegt.

Da ist eine Intelligenz im Gesamtgeschehen. Das ist kein blindes Chaos, sondern ein lebendiges, waches Zusammenspiel, wie Musik, wie ein Tanz. Da ist ein Bewusstsein in allem, in diesem Zusammenspiel.

Wenn die Organismen einzeln “für sich” betrachtet werden (”Ich und der Rest der Welt”), dann kann das leicht übersehen bzw. “überfühlt” werden. Im direkten Erleben zeigt es sich klar und eindeutig.


Vielen LIEBEN Dank für deine Gänsehaut-Antwort!!!!!
Ja, du bestätigst meine Erfahrung, die sich hier langsam immer mehr als Erleben zeigt.

Besonders was du über das Fließen, diesen Tanz, dem Zusam­men­spiel dieser Intelligenz des Lebens … statt “Es wird schon gut gehen”! Ganz allmäh­lich spricht es sich hier rum und das direkte Erleben, wie du sagst, zeigt sich irgendwie unge­schminkter, purer. Die Unter­scheidung zwischen Vorstel­lung und direkter Leben­dig­keit wird öfter klarer gesehen. Ja, und allmäh­lich wächst auch darin mehr Vertrauen!

Wobei sich gerade erst Freitag diese Leben­dig­keit, als alten Schmerz zeigte, pur, viel Weinen und Ängste bezüglich der Zukunft zeigte – und es gab keinen Wider­stand damit, es durfte so sein, war halt so und floss durch mich durch. Am nächsten Tag war da wieder mehr Vertrauen. 😊

Ich bin soooo dankbar für deine liebe Zuwendung, es tut mir soooo gut, dank dir immer mehr Klarheit zu erleben. Danke, danke, danke!!!

zurück zu Fragen & Antworten

NLP, Achtsamkeit & Reframing

Aus einem Online-Chat mit Dittmar Kruse:

  • Gewohnheiten überprüfen – hat sich das Ver­ha­lten bewährt?
  • Reframing: Was ist das Bedürf­nis (der Wunsch, das Ver­spre­chen) hinter dem unbe­frie­di­gen­den Verhalten?
  • Ablenkung verhin­dert Kon­flikt­lö­sung: das Lose-Lose-Prinzip
  • Achtsamkeit ist Lernen: Was ist “Jetzt”?
  • Freundliche Aufmerk­sam­keit für die eige­nen Bedürf­nisse und Gefühle statt Widerstand
  • Erlaubnis zu fühlen, was da ist
  • Erstes Date mit dem Erleben

Fragen? Kommentare? Anmeldung?

alle NLP-Videos

zur Startseite

NLP und Körpersprache

Wenn Sie jemandem begegnen, der Ihnen pausen­los in die Augen schaut, der nie­mals die Arme ver­schränkt oder die Beine über­ein­ander schlägt – dann können Sie davon aus­gehen, dass er ein Körper­sprache-Seminar besucht hat oder ein Buch über Kör­per­sprache gelesen hat.

Dort wurde ihm gesagt, dass ver­schränkte Arme oder Beine „Ver­schlossenheit“ sig­na­li­si­eren (und des­halb zu ver­mei­den sind) und dass Blick­kon­takt „Offen­heit“ zeigt.

Aber mehr als dass dieser Jemand ein „Rezept für erfolg­reiche Körper­sprache“ anwen­den will (und dass er Ihnen wahr­schein­lich etwas ver­kau­fen will), soll­ten Sie aus seiner Hal­tung nicht lesen.

Manchmal verschränken wir die Arme, weil wir es gemüt­lich fin­den, oder weil wir war­ten, und wir unter­bre­chen den Blick­kontakt, um uns ein Bild davon zu machen, was unser Gegen­über sagt.

Gerunzelte Augen­brauen bedeu­ten nicht auto­ma­tisch Wut, son­dern sie kön­nen auch Kon­zen­tra­tion oder Kopf­schmer­zen oder Kurz­sich­tig­keit anzei­gen. „X bedeu­tet immer Y“ – so sim­pel sind wir nicht! Selbst bei einem Gemälde, einer Skulp­tur, einem Lied wäre es ver­mes­sen zu behaup­ten „der Künst­ler drückt Ver­zweif­lung aus, oder Freude“ – wie­viel mehr gilt das bei einem leben­digen Menschen!NLP Körpersprache, nonverbale Kommunikation

Worum geht es dann bei Körpersprache?
Nicht um Interpretation, sondern um Wahrnehmung.

Körpersprache bedeutet: Unsere Körper spre­chen ganz direkt mit­ein­an­der, sie brau­chen nicht den Ver­stand als Über­set­zer. Der Ver­stand bleibt beim gedach­ten „Er / sie“ – und ver­hin­dert die Nähe, die durch ein erleb­tes „Wir“ ent­steht. Damit schafft er die Dis­tanz, die er eigent­lich überw­inden will.

(Vergleichen Sie mal die Situa­tio­nen, in denen Sie über Ihren Gesprächs­part­ner „er“ oder „sie“ den­ken, mit denen, wo Sie „wir“ den­ken! Wo füh­len Sie sich woh­ler, wo ist der Kon­takt „besser“?)

Sich auf den Partner ein­stel­len – „Pacen“, wie es im NLP genannt wird – heißt nicht Nach­äffen („Was macht er? Das mach’ ich nach“ … mit der ent­spre­chen­den Ver­zö­ge­rung und Dis­tanz). Son­dern sich syn­chro­ni­sie­ren, wie beim Tan­zen einen gemein­sa­men Rhyth­mus, ein gemein­sa­mes Tempo fin­den. Auf eine gemein­same Wel­len­länge kom­men, auf der sich beide wohlfühlen.

Das ist ein ganz natür­li­cher Vor­gang, wie wir ihn jeden Tag erle­ben, am deut­lichsten viel­leicht, wenn wir mit Kin­dern zu tun haben: Unsere Stimm­lage, unsere Kör­per­hal­tung, unsere Spra­che pas­sen sich auto­ma­tisch an die Erleb­nis­welt des Kindes an.

Dadurch wird es auch viel leich­ter, das Gegen­über in sei­ner momen­ta­nen Stim­mung zu verstehen.

Wenn Sie sich mit Ihrem Gesprächs­partn­er syn­chro­ni­sie­ren, dann mer­ken Sie ganz unmit­tel­bar Ver­än­de­run­gen in sei­nem „men­ta­len Fluss“: Wenn er an einem bestimm­ten Punkt stockt, dann stockt auch sein Atem (und an dieser Stelle kön­nen wir inne­hal­ten und über­prü­fen, ob wir etwas gesagt haben, was „den Faden rei­ßen ließ“); wenn sein Erle­ben inten­si­ver wird, dann ver­tieft sich auch sein Atem. Seine innere Hal­tung ändert sich, und damit auch seine Kör­per­hal­tung. Und wenn Sie mit ihm syn­chron sind, dann erle­ben Sie diese Ver­än­de­run­gen am eige­nen Kör­per. Denn wir haben (unbe­wusst) die Ten­denz, syn­chron zu blei­ben, die Ver­bun­den­heit auf­recht zu erhalten.

Diese Tendenz kann uns auch hel­fen, unse­rem Gesprächs­partner eine Idee näher zu brin­gen: Sie anzu­neh­men fällt ihm viel leich­ter, wenn die Idee in sei­nem Tempo, in seinem natür­li­chen Fluss, in seiner Welt prä­sen­tiert wird. Dadurch erscheint sie nicht von vorn­he­rein als Fremd­kör­per, son­dern eher als pas­send und natürlich.

Um lebendigen Kontakt zu erle­ben und zu genie­ßen, brau­chen wir also nichts als Wach­heit und die Erlaub­nis, uns zu syn­chro­nisieren.

Wo ist dann das Problem? Wozu ein Seminar über Körpersprache?

Oft sind wir zu sehr in Gedanken, zu sehr damit beschäf­tigt, Ant­wor­ten zu pla­nen, statt wirk­lich zuzu­hö­ren. Dadurch ent­geht uns das Wesent­li­che: Wenn wir die Kör­per­spra­che unse­res Gegen­übers nicht wahr­neh­men, kön­nen wir auch nicht flexi­bel auf sie reagieren.

Im Kommunikationstraining und der NLP-Aus­bil­dung üben Sie diese Wach­heit und Flexi­bi­li­tät, die den Kon­takt für alle Betei­lig­ten leben­di­ger, rei­cher und interes­san­ter macht. Diese Art der Kör­per­spra­che wird sehr schnell zu Ihrer zwei­ten Natur – weil sie eigent­lich Ihre erste Natur ist.

Dittmar Kruse


Fragen? Kommentare? Anmeldung?

alle NLP-Texte

zur Startseite