Vergänglichkeit und Flow

Nondualität: Flow

Hallo Dittmar, ich hab mir auf YouTube schon einige deiner Aufzeichnungen angeschaut; es ist echt super, dass du das machst und es sind schon interes­sante Fragen der Teilnehmer dabei. Danke schon mal dafür, und ich hoffe, ich hab bei einem der zukünftigen Termine auch mal Zeit, live teilzunehmen.

Ich hätte auch selbst mal eine Frage an dich, und zwar komme ich schon immer mehr für kurze Zeit in das Erleben des Moments und das ist schon wirklich ein tolles Gefühl. Mir fällt jedoch gerade im Urlaub die letzten Wochen etwas auf, vor allem fiel es mir noch nie so schwer wie heuer, wieder nach Hause zu fliegen. Jeden Tag habe ich voll genossen, doch trotzdem oder gerade deswegen erzeugt meinem Gefühl nach auch dieses volle Bewusstsein des Moments bei mir einen gewissen Flow, und ich versuche auch oft, damit den Moment noch länger festzuhalten,  doch umso schneller vergeht mir irgendwie die Zeit. Ich hoffe es ist einigermaßen nachvollziehbar weil es ist ja doch schwer zu beschreiben. Ist es der Verstand, der einem da dazwischen funkt?

Bin ich hier an Fragen angekommen, die dir schon auch mal untergekommen sind und die auch einfach dadurch schon immer schwieriger zu begreifen sind, weil es eben nicht begreifbar ist mit dem Verstand? Dazu kommt noch ein Punkt, und zwar: Dieses bewusste Wahrnehmen von Momenten und besonders der schönen macht sie trotz allem nicht verlängerbar, und das hat mich doch etwas in ein kleines Tief fallen lassen. Denn wenn es ja immer nur den gegenwärtigen Moment gibt, dann ist jeder schöne umso kostbarer, aber auch genauso vergänglich, und die weniger schönen kommen mit Sicherheit auch, vor allem, wenn die Zeit hier irgendwann mal zu Ende geht.

Ein interessanter Zeitpunkt, auch wenn gerade in dieser Zeit solche Fragen so stark ins Bewusstsein kommen. Ich würde mich freuen, wenn du vielleicht den einen oder anderen Rat für mich hättest.


Es ist sehr sinnvoll, Umgebungen und Situationen aufzusuchen, die dem Organismus gut tun: Frische Luft, Weite, Bewegung … Solange wir nicht das Erleben von Präsenz davon abhängig machen. Die Weite der Landschaft lädt die Weite des bewussten Erlebens ein, aber das Bewusstsein ist von Natur aus weit und nicht an Umstände gebunden.

Die Einzigartigkeit des Moments zeigt sich leichter unter außergewöhnlichen Umständen. Das liegt daran, dass gewohnte (gewöhnliche) Umstände für das Denken in die Kategorie “Nichts Besonderes, kenne ich schon, uninteressant” fallen. Unser Wohnzimmer ist zum Beispiel so gewohnt, dass uns nichts “Besonderes” auffällt, wenn wir hineingehen. Es ist halt “so wie immer”. Daher wendet sich die Aufmerksamkeit eher dem Denken zu. Und weil im Denken ja meistens auch nichts Neues oder Interessantes abläuft, breitet sich erst recht ein Gefühl von Langeweile aus, unbefriedigt und gespalten zwischen Erleben des Jetzt und Denken an etwas anderes.

Im Denkmodus scheint die schönste Situation, die schönste Landschaft fad, weil wir sie nur halbbewusst erleben. Und im direkten Erleben kann es sensationell sein, einfach nur im Wohnzimmer auf der Coach zu sitzen oder am Bahnsteig zu stehen, bis der Zug kommt. Eine ganz neue, einzigartige Erfahrung. Pure Lebendigkeit! Diese Lebendigkeit ist das Bewusstsein, das in allen Wahr­neh­mungen Gestalt annimmt, als Präsenz, als Gegenwärtigkeit, als Sinnen­fülle.
Der Moment verliert, wenn er mit anderen Momenten verglichen wird. Er verliert seine Einmaligkeit, und er erscheint weniger lebendig, weniger interessant, weniger “genießbar”.

Das Aufgehen im Moment, das Einssein mit der Gegenwart gerät in den Hintergrund, und es entsteht der Eindruck eines Ichs, das sich durch die Zeit bewegt, von einer (vielleicht schönen) Vergangenheit zu einer (vielleicht blöderen) Zukunft – durch eine fade Gegenwart, die nur ein Durchgangs­moment zu sein scheint, ein Wegwerf-Augenblick statt purer Lebendigkeit.

Das liegt also nicht an den Umständen, nicht am schönen Urlaubsort oder dem langweiligen Arbeitsplatz, sondern daran, ob dem Erleben Aufmerksamkeit geschenkt wird, und mit der Aufmerksamkeit Lebendigkeit geschenkt wird.
Umstände lassen sich nicht festhalten, das Leben ist ein Fließen, nichts bleibt. In der Vergänglichkeit, in der ständigen Veränderung lässt sich nichts festhalten. “Flow” beschreibt das Fließen der Energie, nichts Statisches, nichts zum Festhalten.
Das bewusste Erleben dieses Flusses ist dieser Flow, den wir lieben und der sich zeigt, wenn eben nicht versucht wird, etwas festzuhalten. Das völlige Aufgehen und Mitfließen im Jetzt.
Die Offenheit fürs Erleben, wie auch immer es sich jetzt gerade zeigt – das ist, was wir lieben und was wir sind.


Hallo Dittmar, vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Ich verstehe, dass ja erst die Bewertung auf Basis unserer Glaubenssätze aus einem Moment mehr macht als aus einem anderen. Auch die Sichtweise, es könnten schwierigere Momente kommen und es wäre ja so wie jetzt genau richtig, wird aus dieser Bewertung heraus erzeugt. Es kann daher, genau wie du sagst, nur das allumfassende Ankommen im Moment die Freiheit von all diesen Beschränkungen ermöglichen.

Ich erkenne mittlerweile auch bei alltäglichen Tätigkeiten schon ein wenig die Erfülltheit im Moment. Auch schaffe ich es immer wieder zumindest zu versuchen ins Fühlen zu kommen. Der Verstand, das Ego ist halt auch sehr stark, sodass es immer so kurze Funken sind und dann sehr rasch wieder Gedanken kommen.

Aus deiner Erfahrung, ist dieser Prozess des Eins werden meist ein langsames immer wieder etwas länger anhaltendes Fühlen oder könnte es auch zu Sprüngen kommen und es dann auch mal wirklich spürbar möglich sein, in dieser Freiheit zu bleiben? Diese kurzen Funken finde ich schon immer äußerst friedvoll und kraftvoll.


Was du “Eins werden” nennst, würde ich “Erkennen des Einsseins” nennen, das Wegfallen der Illusion von Trennung. Das völlige Aufgehen im Jetzt nimmt dieses Getrennt­heits­emp­finden mit sich. Übrig bleibt nur Präsenz.

Das Erleben dieser Präsenz ist so schön und klar und wach, dass die Versprechungen des Denkens nicht mehr so ziehen. Wenn du weißt, was du wirklich liebst und wo das Glück ist, dann lässt die Verlockung von Ablenkungen nach.
Das heißt aber nicht, dass die gewohnten Gedanken gelöscht wären. Sie können weiterhin auftauchen, wie das halt so ist mit Gewohnheiten. Und dann können sie die Aufmerksamkeit in die Trance der Normalität ziehen: die gewohnte Beschreibung, wer du bist, was vor dir und was hinter dir liegt, wie die Welt ist …

Wenn die Gedanken aber zur Ruhe kommen und das Erleben nicht mehr fragmentiert ist – nicht mehr zersplittert zwischen dem Erleben und den Gedanken an wann anders und woanders –, dann ist das wie ein Sprung, ein Erwachen aus Träumen zur Wirklichkeit. Der Organismus erwacht zur Lebendigkeit, zur Freude und Freiheit des direkten Erlebens. Und dann erscheint es immer weniger sinnvoll, sich von diesem Glück abzuwenden und wieder in Träume abzutauchen.

Du kannst direkt erleben, wie das Einssein mit dem Moment eingetrübt wird, wenn Gedanken aufkommen, die sich mit etwas anderem als der Gegenwart beschäftigen. Das Unbehagen, das diese Gedanken mit sich bringen, führt meistens dazu, dass sich die Aufmerksamkeit noch mehr von der (jetzt nicht mehr so erfüllenden) Gegenwart abwendet und sich immer mehr im Denken verfängt. Ein latentes Gefühl von Anspannung und Besorgnis legt sich übers Erleben.

Wenn du aber auf genau diesen Übergang achtest, an dem Gedanken den Flow und das Gefühl von Gegenwärtigkeit unterbrechen, dann kannst du diese Eintrübung live erleben. Dann erkennst du, dass es Stress bedeutet, sich von der Erfülltheit abzuwenden. Und dass du diese “Funken” der puren Lebendigkeit mehr liebst als alles andere, dass sie deine Natur und dein Zuhause sind.

Wenn der Unterschied zwischen offener Wachheit (Flow) und Gedanken an etwas anderes (Fragmentierung und Anspannung) klar erlebt wird, dann zieht es die Aufmerksamkeit immer stärker in die Gegenwart statt ins Gedanken­karussell. Und wenn es wirklich mal etwas zu bedenken gibt, etwas zu planen oder zu reflektieren, dann kann das ohne Verwicklung geschehen.

Ohne die Identifikation mit einem Denker sind Gedanken einfach nur ein Werkzeug zur Planung, das beiseite gelegt wird, wenn die Planung beendet ist. Und wenn sie sich anbieten, obwohl gerade nichts zu planen ist, werden sie wahrgenommen, aber nicht aufgegriffen, nicht verfolgt. Dann kommen sie sehr schnell zur Ruhe, weil Erleben als so viel erfüllender erkannt wird als Bedenken.


Hallo Dittmar, vielen Dank für die Antwort!
Über den Bereich auf deiner Homepage bin ich noch gar nicht gestolpert. Ich habe dadurch gleich noch Antworten auf Fragen gefunden, die ich dir gerne noch gestellt hätte. Somit sind sie nun schon beantwortet. Finde diese Rubrik auch wirklich toll, weil sie eben zeigt, dass es ähnliche Herangehensweisen oder Sichtweisen am Weg zum Einswerden gibt. …

Ich finde deine Antworten zu den Themen wirklich äußerst faszinierend und ich glaube dir deine Beschreibungen sofort, dass es dann wirklich befreiend und weit ist, im reinen Erleben verweilen zu können. Ab und an glaube ich zumindest einen Sekundenbruchteil dorthin zu kommen und das lässt dies auch erahnen – aber dann ist auch schon wieder der Denker zur Stelle! 😉

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Körper, Traumwelt, Nondualität

Wenn wir alle nur ein Bewusstsein (nondual) sind, als was existieren wir dann in dieser Traumwelt? Und wenn ich kein Körper bin, warum bilde ich mir ein, gerade dies am deutlich­sten zu spüren? Kann ich lernen, Non­dua­lität wahrzunehmen?


Statt “Traumwelt” würde ich lieber “Erscheinungen im Bewusstsein” sagen: Alles, was du erlebst, erscheint im Bewusstsein.

Wir existieren hier als Bewusstsein, das erfüllt von Sinneseindrücken ist: Wir sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. Auch Gedanken sind als “innere Bilder” oder “innere Stimmen” da, die wir sehen bzw. hören; auch Emotionen und Intui­tionen fühlen wir.

Für sinnliches Erleben brauchen wir Körper: Ohne Augen sehen wir nichts. Und wenn das Gehirn – ein körperliches Organ – betäubt oder berauscht oder beschä­digt ist, dann kann das unser Erleben, unser Denken und Fühlen sehr stark verändern.

Der Körper ist jetzt einfach da, ob als Traum oder als “Realität”, jedenfalls als Erleben. Es wäre nur verwirrend, das zu leugnen.

Weil der Körper da ist, ist Erleben da. Und gleichzeitig ist der Körper, was im Erleben erscheint.

Im Einssein, also dem nondualen Bewusstsein, läuft das Spiel der Vielfalt, das Spiel der Unterschiede, der Veränderung und Bewegung, der Sinne, der Farben, Klänge, Sensationen, das Spiel der Dualität.
Und in diesem Spiel des Bewusstseins haben Organismen eine wichtige Rolle: Sie sind das Spielfeld und die Spielfiguren.

Sie sind auch das Medium, durch das wir gelernt haben, uns getrennt voneinander zu fühlen. Denn offen­sicht­lich weißt du Dinge, die ich nicht weiß, zum Beispiel, was du heute gegessen hast und was du gerade denkst und so weiter. Ein Spiel im Bewusst­sein können wir also nennen: “Ich sehe was, das du nicht siehst, und das ist ‘mein’ Erleben.” So gesehen sind Körper also Symbole der Tren­nung und Begrenzt­heit – wenn wir den Gedanken glauben.

Körper sind aber auch das Medium, durch das wir uns kennen­lernen und Eins­sein erfahren können. Das kann deutlich werden beim Sex (kann, muss aber nicht), oder wenn wir gemein­sam singen oder musi­zieren oder tanzen oder uns anschauen oder berühren … oder einfach wenn wir zusammen sind. Da können wir fühlen, dass diese Orga­nis­men von derselben Leben­dig­keit gelebt und erlebt werden.
So ist das körper­liche, sinn­liche Erleben pure Leben­digkeit, eine Feier des Lebens, ein Zusammen­spiel von Energie, eine unvor­stellbar reiche Bewe­gung im Bewusst­sein, ein Fest der Viel­falt und des Zusammen­seins im Einssein. Liebe.

Wenn sich die Aufmerk­sam­keit dem zuwendet, was da erlebt, dann findet sie die­selbe Offenheit für all das unter­schied­liche Erleben.
Das gilt für den “einzelnen” Orga­nismus, der die unter­schied­lichsten Berüh­rungen erlebt und unzählige Farben und Klänge und Gerüche und so weiter … alles in dem­selben Bewusst­sein: Da ist diese eine, unteil­bare Offen­heit für all die verschie­denen Sinnes­ein­drücke. Trotzdem weiß die Hand nicht, was die Nase riecht.
Und ebenso gilt das auch für das ganze Spiel der Erschei­nungen: Da ist die eine Offen­heit für alles Erleben in allen Orga­nismen. Die Orga­nismen erleben ihre eigenen, speziellen Sinnes­ein­drücke (“Ich sehe was, das du nicht siehst”), und doch ist da diese eine unend­liche Offen­heit in ihnen allen.

Du findest dieses Prinzip in jeder Größen­ord­nung: Atome, die als Mole­küle zusam­men­spielen, die als Zellen zusam­men­spielen, die als Organe zusam­men­spielen, die als Organismen zusam­men­spielen, die als Familien oder Firmen zusam­men­spielen, eingebettet in der leben­digen Welt, die sie trägt und ernährt …

Eine Zelle in der Niere weiß nicht, was in der Lunge vor sich geht, aber sie ist dasselbe Leben, Ausdruck derselben Leben­dig­keit. Ganz und Aspekt des Ganzen. Wir sind unendlich vielfältig eins.

Wie kann diese Nondualität, diese eine offene Leben­dig­keit wahr­ge­nommen werden? Indem wir auf­hören, uns von Gedan­ken die Welt vor­schreiben zu lassen. Wenn wir auf­hören, die dualen Beschrei­bun­gen der Gedanken für “die Wahr­heit” und “die Auto­rität” zu halten. Wenn wir statt­dessen offen und unvor­ein­ge­nom­men schauen und fühlen, was wir sind, was Erle­ben ist, was Leben­dig­keit ist, dann zeigt sich das Eins­sein von selbst. Einfach weil die Aufmer­ksam­keit nicht mehr von Beschrei­bun­gen und Bedin­gun­gen, wie das Erleben sein sollte, abge­lenkt und ver­zerrt wird. Wenn das Erleben keine Bedin­gung erfüllen muss, wenn es nicht für etwas her­halten muss, dann zeigt es sich in seiner Absolut­heit: frei und unendlich reich.

Sobald die Auf­merk­samkeit nicht mehr durch Bedin­gungen gefil­tert wird, sobald nichts “anderes” wichtig scheint, ist Offenheit fühlbar und präsent.

In dieser bedingungs­losen Erlaub­nis zu erleben, was da ist, in dieser liebev­ollen Offen­heit erkennt das Bewusst­sein sich selbst als liebe­volle Offen­heit.

Der Traum der Bedin­gun­gen und damit der Unvoll­stän­dig­keit und Getrennt­heit kann auf­hören und das Spiel der Erschei­nun­gen geht weiter. Nur wird es nicht mehr als Hinder­nis erlebt, sondern als Wunder.

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An das Leben: Alles Liebe!

Nondualität | An das Leben: Alles Liebe!

Wie lebendig du dich fühlst,
wie wach und präsent,
wenn du als Ganzes erlebst!

Du kannst alles in Liebe erleben.
Du bist frei,
ganz du zu sein, ganz da zu sein

als unbegrenztes Jetzt,
offenes liebendes Jetzt,
das alles ist.

Du kannst alles von der Last erlösen,
dir was bringen zu müssen
außer Lernen.

Du lernst, was da ist,
was du bist,
was du liebst.

Du musst nicht gegen den Strom schwimmen.
Du kannst flussaufwärts sehen
und die Quelle fühlen.

Liebe ist da.

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Muschel-Strand

Nondualität Gedichte: Muschel-Strand

Du bist am Strand
endlose Weite

endlose Weite
endlose Weite
und eine Muschel

Du nimmst sie vom Strand
und sie Deinen Blick

kleine Muschel
gezackter Rand
endlose Weite

alle Gedichte

Nondualität | Nichtdualität 1als2

Nondualität | Nicht-Dualität | 1als2Nicht-Dualität: Videos und Texte über Leben­dig­keit und die Formen, die sie annimmt.

Diese Erschei­nungs­formen sind leben­dige Energie in Bewe­gung, in stän­diger Verän­de­rung. Das Ein­zige, das kons­tant bleibt, ist die Leben­dig­keit vor, hin­ter und in den Erschei­nungs­for­men. Das Bewusst­sein (die Offen­heit, der Raum, die Stille …), in dem die Erschei­nungen auf­tau­chen; die Präsenz, die Intel­li­genz, die sich in ihnen mani­festiert. Das Eine, das sich als Zwei­heit, als Viel­falt zeigt.

Wenn sich die Auf­merk­sam­keit ihrem eige­nen Ursprung zuwen­det, dem Bewusst­sein selbst, dann wird diese Quelle der Erschei­nun­gen als Freude, Liebe, Erfül­lung erlebt; als all­ge­gen­wär­tige, ein­zige Präsenz, frei und un­getrübt von allem, was in ihr auf­taucht; vol­ler Liebe für sich selbst in all ihren Erschei­nungs­for­men.

Die Vor­stellungen von Getrennt­heit werden als Illu­sion durch­schaut: als Traum, ein getrenn­tes Wesen zu sein, das der “Außen­welt” das abrin­gen muss, was es braucht, um voll­stän­dig zu werden.

Nur in der Iden­tifi­kat­ion mit einem Bewusst­seins­in­halt erscheint die Hin­wen­dung zur Quelle nicht als das Natür­lich­ste, Selbst­ver­ständ­lich­ste über­haupt, son­dern als ein lan­ger, schwie­ri­ger Weg mit vie­len Stu­fen und Hin­der­nis­sen. Die Erkennt­nis des einen Bewusst­seins ist aber in jedem Moment mög­lich – nur nicht für ein getrenn­tes Einzel­wesen, denn die Illu­sion der Getrennt­heit kann sich im Erle­ben der einen Leben­dig­keit nicht halten.

Hier fin­det ihr Tex­te, Gedichte, Videos, Veranstaltungen und Expe­ri­mente, die auf dieses Erle­ben der Nicht-Dualität hin­wei­sen.

Fragen und Feed­back dazu sind will­kom­men – jetzt auch im Live-Chat!

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NLP, Achtsamkeit & Reframing

Aus einem Online-Chat mit Dittmar Kruse:

  • Gewohnheiten überprüfen – hat sich das Ver­ha­lten bewährt?
  • Reframing: Was ist das Bedürf­nis (der Wunsch, das Ver­spre­chen) hinter dem unbe­frie­di­gen­den Verhalten?
  • Ablenkung verhin­dert Kon­flikt­lö­sung: das Lose-Lose-Prinzip
  • Achtsamkeit ist Lernen: Was ist “Jetzt”?
  • Freundliche Aufmerk­sam­keit für die eige­nen Bedürf­nisse und Gefühle statt Widerstand
  • Erlaubnis zu fühlen, was da ist
  • Erstes Date mit dem Erleben

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Was hilft bei Schmerzen? NLP als Schmerztherapie

(… aus dem Newsletter …)NLP: Mentaltraining bei Schmerzen


Liebe Leute, was hilft bei Schmerzen?

Als erstes fallen uns Schmerzmittel ein. “Zu Risi­ken und Neben­wir­kun­gen fra­gen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.”

Wahrscheinlich die zweit­häu­fig­ste Maß­nahme ist der Ver­such, sich abzu­len­ken. Auch das kann hilf­reich sein, funk­tio­niert aber nur bei leich­ten bis mäßi­gen Schmerzen.

Und diese ersten beiden Metho­den gehen nicht auf die Ursache des Schmer­zes ein, son­dern nur auf das Symptom selbst.

Es ist aber sinn­voll, die Funk­tion des Schmer­zes zu klären: ihn als Aus­druck und Erschei­nungs­form eines wich­ti­gen und legi­ti­men Bedürf­nis­ses zu würdigen.
Der Schmerz kann ein Warn­sig­nal sein (“Vor­sicht bei die­ser Bewe­gung!”; “Das ist zu viel Stress!”), ein Hin­weis auf eine Stö­rung inkl. Hand­lungs­auf­for­de­rung (“Geh zum Zahn­arzt! Nein, nicht irgend­wann!”), ein Hilfe­ruf oder ein Ruf nach Auf­merksamkeit.

Dieses Anerkennen der “guten Absicht” und die Ent­war­nung, nach­dem sie erfüllt ist (oder eine sanf­tere Mög­lich­keit, sie zu erfül­len), kann z.B. durch direkte Kom­mu­ni­ka­tion mit dem Symp­tom (-Verur­sacher) geschehen.
Dafür bietet NLP Techniken wie das 6-Stufen-Reframing, das ich hier auf zwei Schritte redu­zie­ren möchte:

1. Finde das ursprüng­li­che Bedürf­nis hin­ter dem Schmerz.
2. Finde bessere Möglich­kei­ten, dieses Bedürf­nis zu erfüllen.

(Zum Beispiel: “Ok, ich werde mir öfters Ruhe gönnen, dazu brau­che ich keine Migräne mehr.”)

Selbst wenn die Funktion des Schmer­zes erfüllt ist, d.h. der Schmerz “eigent­lich” unnöt­ig gewor­den ist, besteht er lei­der oft noch wei­ter fort, weil es keine klare “Ent­war­nung” gab (die Ent­war­nung, die eben durch “direkte Kom­mu­ni­kat­ion” kom­men kann).
Außer­dem gibt es im Gehirn das so genannte “Schmerz-Gedächtnis”, d.h. die neuro­­nale Ver­knüp­fung (die Schmerz­­bahn) wird immer sta­biler.
Dann braucht es nur noch wenig Reiz vom eigent­li­chen Ort des Schmer­zes, damit das Gehirn sagt: “Oh, das kenne ich!” und den Schmerz auto­ma­tisch ver­stärkt.
Was hilft, um aus diesem Auto­ma­tis­mus heraus­zu­kommen, ist Aufmerksamkeit.

Arten der Aufmerksamkeit

Wir geben diese Aufmerksamkeit oft nur wider­willig, unfrei­willig.
Klar, wir wol­len keine Schmerzen.
Und wenn unsere Auf­merk­sam­keit vom Schmerz erzwun­gen wird, dann füh­len wir uns ohn­mäch­tig, aus­ge­liefert.
Dieser Wider­stand gegen den Schmerz (“Der soll ein­fach nur weg sein!”), diese erzwun­gene Auf­merk­sam­keit äußert sich oft als zusätz­liche Anspan­nung um den Schmerz herum, die ihn noch ver­schlim­mert und fest­hält.
Dazu kommt noch die gedank­liche Aus­deh­nung des Schmer­zes in Ver­gan­gen­heit (“Schon wie­der!”, “Immer noch!”) und Zukunft (“Das wird immer schlim­mer, wie soll das nur wei­ter­ge­hen!”), was auch wie­der zu mehr Anspan­nung führt und den Schmerz end­los und uner­träg­lich erschei­nen lassen kann.

Soweit die “problema­tische”, wider­wi­llige Auf­merk­samkeit.
Ganz anders wirkt aber freundliche Aufmerksamkeit.
Wir erleben das im Kon­takt mit ande­ren sehr deut­lich: Wenn wir uns mit einem Pro­blem an jeman­den wen­den, worauf­hin der uns genervt anschaut (oder genervt weg­schaut) und stöhnt: “Oh Mann, was ist denn jetzt schon wieder?! MUSS das sein?!” … dann macht uns das wahr­schein­lich nicht gerade locker, ent­spannt und flexi­bel, sondern es lässt uns im momen­ta­nen Pro­blem-Zustand ein­frieren.
Das könnt ihr gern mal mit einem Kind testen. (Gell, das wür­det ihr nie machen!! So was tun wir eher uns selbst an …)
Wenn wir aber ein Kind mit (körper­li­chen oder emo­tio­na­len) Schmer­zen zu uns kom­men las­sen und ihm bereit­wil­lig zuhö­ren, dann hat allein schon diese lie­be­volle, offene Auf­merk­sam­keit eine ent­span­nende, lösende, hei­lende Wirkung.

Diese Art von Auf­merk­sam­keit gibt es in vie­len Vari­an­ten: Neu­gier, For­scher­geist, Ent­decker­freude, Spie­len, Stau­nen, Ver­liebtheit, …
All diesen Spiel­arten der Auf­merk­sam­keit ist die frei­wil­lige, inter­es­sierte Zuwen­dung gemeinsam.
Dies ist unser natür­licher Lern-Modus: der Zustand, in dem der Orga­ni­smus ein­ge­fah­rene Bah­nen ver­lässt, um etwas Neues zu erfah­ren und aus­zu­probieren.
(Deswegen funk­tio­niert Ler­nen mit Freude so viel bes­ser als Ler­nen unter Zwang.) 

Wir können uns mit dieser freund­li­chen, acht­sa­men Auf­merk­sam­keit dem Schmerz zuwen­den und erkun­den, was es im Moment eigent­lich ist, das wir “Schmerz” nennen.

Ist es ein Ziehen oder eher ein Druck? Von innen nach außen oder umge­kehrt? Ist es ein Pul­sieren – in welchem Tempo / Rhyth­mus? Wie ist die Tem­pe­ra­tur: heiß / warm oder kalt / kühl?
Wo genau ist es im Kör­per loka­li­siert? Wo ist das Zentrum? Wie ist der Rand: scharf abge­grenzt oder unscharf oder wie an einem Meeres­strand?

Diese Art der Erfor­schung löst in ganz vielen Fäl­len schon viel vom Schmerz – vor allem, wenn wir sie nicht nur als Trick ein­set­zen, um den Schmerz los­zu­wer­den, son­dern uns ihm mit ehr­li­chem Interesse zuwen­den, als etwas, das ja unser eige­ner Kör­per in bes­ter Absicht “macht”.

Es kann übrigens (in der Arbeit mit Patien­ten und auch in unse­rem inne­ren Selbst­ge­spräch) hilf­reich sein, vom Begriff “Schmerz” abzu­lassen (der den Zustand fixiert) und statt­des­sen vom “Zie­hen” oder von der “Empfin­dung” zu sprec­hen, so dass die nega­tive Bewer­tung weg­ge­las­sen wird und Ände­run­gen in der Empfind­ung leich­ter mög­lich werden. Denn es liegt ja in der Natur von Empfin­dun­gen, dass sie sich stän­dig ändern.

Wir haben jetzt also statt z.B. “Kopf­schmer­zen” eine Beschrei­bung wie “ein pulsie­ren­der Druck in der Mitte der lin­ken Kopf­hälfte mit Zen­trum hin­ter dem lin­ken Auge; es pul­siert unge­fähr ein­mal pro Sekunde nach außen und strahlt bis zum Nacken­an­satz und zur Stirn­mitte aus und hat die Form eines Balls. Der Ball hat einen Durc­hmes­ser von viel­leicht 3 cm und dehnt sich im Pul­sie­ren aufs Dop­pelte aus.”

Das klingt nach “Ja toll, na und?” – ist aber wie gesagt meis­tens schon die halbe Miete (und manch­mal die ganze).
Denn jetzt können wir anfan­gen, mit der Empfin­dung (in unserem Bei­spiel mit dem pul­sie­ren­den Ball) zu expe­rim­en­tie­ren und Vari­a­tio­nen ins Spiel zu bringen:
“Was würde pas­sie­ren, wenn das Pul­sie­ren schneller würde? Oder lang­samer? Wie würde sich die Ober­flä­che des Balls anfüh­len? Stell dir vor, dass du Frische in den Ball hinein atmest, und dass du beim Au­sat­men Luft aus ihm ablässt.” … usw.

Außerdem wird es leicht, die Empfin­dung in einen ande­ren Sin­nes­ka­nal zu über­tra­gen: “Wel­che Farbe hat der Ball?”
In der visuellen Vor­stel­lung sind Ver­än­de­run­gen für die meis­ten Leute leic­hter als im Füh­len. “Was pas­siert, wenn die Farbe heller wird? Stell dir die Farbe als Wasser­farbe vor, und lass jetzt viel kla­res, fri­sches Was­ser hinein­lau­fen, so dass die Farbe immer mehr ve­rdünnt wird und sich über den gan­zen Kör­per ver­teilt.”

Je mehr Aufmerksamkeit aufs Sehen / Vor­stel­len geht, desto weni­ger inten­siv wird das Gefühl erlebt (was wir uns ja auch schon bei der Phobie-Technik zunutze gemacht haben).

Eine weitere Möglichkeit: dem Schmerz = der Empfindung Raum geben.
Es hat eine sehr inte­grie­rende Wir­kung, zu spü­ren, wel­ches Volu­men die Empfin­dung im Gesamt­raum des Kör­pers ein­nimmt.

“Wie weit ist es vom Zen­trum der Empfin­dung bis zu dei­ner Nasen­spitze? Wie viel Raum ist zwi­schen der Emp­fin­dung und dei­nem Bauch­na­bel? Wie viel Raum füllt die Emp­fin­dung im gan­zen Kör­per aus? Und im ganzen Zimmer?”
Das löst die Fixie­rung auf den Schmerz und bet­tet ihn ins Gesamt-Erleben des Augen­blicks ein. Dadurch ver­teilt sich die Inten­si­tät gleich­mä­ßiger, und Ver­kramp­fun­gen kön­nen sich lösen.

Außerdem können wir die Emp­fin­dung z. B. mit der glei­chen Stelle auf der ande­ren Kör­per­seite ver­glei­chen (“Wie fühlt sich die rechte Kopf­hälfte an? Welche Farbe wäre das?”) und die “heile” Stelle als Refe­renz neh­men (“Stell dir vor, dass diese Farbe um den Ball dort links herum fließt, ihn erfüllt und schmel­zen lässt” – oder ein­fach: “Stell dir vor, dass die linke Seite sich immer mehr der rech­ten angleicht, wie bei einer lang­samen Überblendung”).

Ok, soweit ein paar Möglich­kei­ten, es gibt natür­lich noch viele mehr.
Wenn ihr grad mal so bissl Schmer­zen habt, nutzt die Gele­gen­heit, diese Tech­ni­ken zu üben!
Dann könnt ihr eure Vor­erfah­rung leich­ter nut­zen, wenn’s mal hef­ti­ger wird. Also nicht “igno­rie­ren, bis es nicht mehr geht”, denn dann könnte es schwie­rig werden, die nötige Auf­merk­sam­keit auf­zu­bringen.
Dasselbe gilt natürlich auch für eure Patienten.

Dittmar Kruse


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